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Reich-Ranicki-Lehrstuhl : Unterstützung für den Staat Israel

Die deutschen Universitäts-Freunde wetteifern nicht nur untereinander um Spender, sondern auch mit anderen Institutionen. Zum Beispiel mit Israels offizieller Spendenorganisation „Keren Hayesod“, die 1920 in London gegründet wurde mit dem Ziel, ein jüdisches Heimatland zu unterstützen. 1956 ermächtigte das israelische Parlament diese Organisation, „Spenden, Anleihen, Geschenke, Legate und Hinterlassenschaften zu erbitten und anzunehmen“.

Vor zwei Wochen bat der deutsche „Keren Hayesod“ Freunde und Förderer ins Hotel Intercontinental in Frankfurt zu einer Gala. Ehrengast war der israelische Botschafter Shimon Stein, der darauf hinwies, wie sehr sein Land sich Unterstützung und Solidarität nicht zuletzt aus Deutschland wünsche. Als wahres Zugpferd erwies sich die aus München stammende Melody Sucharewicz, die in Israel Star einer Reality-TV-Show ist und als inoffizielle Botschafterin mit Emphase für Israel wirbt.

„Förderer der Krebsbekämpfung in Israel“

Im Gegensatz etwa zu den „Freunden der Universität Tel Aviv“, zu denen viele nichtjüdische Förderer zählen, fühlen sich dem „Keren Hayesod“ vor allem jüdische Bürger verpflichtet. Für Juden in Deutschland - und nicht nur hier - ist Spenden für Israel eine Selbstverständlichkeit.

Natürlich können nicht alle so großzügig geben wie der Frankfurter Immobilienkaufmann Josef Buchmann. Der Auschwitz-Überlebende hat im Laufe der Jahre viele Millionen Mark und Euro zur Verfügung gestellt: Erst kürzlich rettete er die Musikakademie der Universität Tel Aviv vor dem Aus, sie heißt jetzt „Buchmann-Mehta-Musikschule“.

Andere begnügen sich mit bescheideneren Beträgen, doch auch so kommen nennenswerte Summen zusammen. Die „Frankfurter Gesellschaft der Freunde und Förderer der Krebsbekämpfung in Israel“ braucht für ihr Kinder-Projekt 150.000 Euro im Jahr - die Damen um die Vorsitzende Petra Kaffeesieder bekommen diese Summe immer zusammen, nicht zuletzt, weil Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth (CDU) an ihrer Seite steht.

„Vor zehn Jahren war das noch undenkbar“

Sie ist nicht die einzige deutsche Politikerin, die sich für Israel einsetzt. Man muss nur in den Broschüren des Jüdischen Nationalfonds blättern, um bekannte Gesichter zu sehen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat für den Nationalfonds im vergangenen Jahr einen Baum gepflanzt, Bundespräsident Horst Köhler im Jahr 2005 und Willy Brandt (SPD) zusammen mit Schimon Peres 1985. Der 1901 auf dem 5. Zionistenkongress in Basel gegründete Jüdische Nationalfonds hat das spätere Israel zu einem grünen Land gemacht, indem er verödetes Land zu fruchtbaren Landstrichen wandelte und ganze Wälder pflanzte.

Das deutsche Paradeprojekt des Nationalfonds ist der „Wald der deutschen Länder“ in der Wüste Negev. Anfang der neunziger Jahre erklärten sich die Ministerpräsidenten aller Bundesländer, ermuntert durch den späteren Bundespräsidenten Johannes Rau (SPD), dazu bereit, dieses Vorhaben als ein Symbol der Verständigung zwischen Israel und Deutschland zu unterstützen. Inzwischen beteiligen sich auch viele Städte, Kirchengemeinden und Freundeskreise an der Aufforstung.

Doch es geht, so glaubt Johannes Gerster, nicht nur um Geld. Der frühere rheinland-pfälzische CDU-Politiker und derzeitige Präsident der Deutsch-Israelischen Gesellschaft hält die moralische Unterstützung Israels für genauso wichtig. Die vielen Aktivitäten für den Staat Israel haben, so sagt Gerster, dazu geführt, dass Deutschland in Israel als einer der verlässlichsten Freunde gleich nach Amerika und Großbritannien betrachtet werde: „Vor zehn Jahren war das noch undenkbar.“

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