https://www.faz.net/-gpf-9w2dw

Bargeld : Regierungsfraktionen offen für Ende von kleinen Münzen

Jeder Bürger besitzt im Durchschnitt mehr als 100 kleine Münzen. Bild: dpa

Politiker von Union, SPD und Grünen könnten auf 1-Cent- und 2-Cent-Münzen verzichten. Die Linke warnt vor Preiserhöhungen. Die FDP sieht im Bargeld „geprägte Freiheit für den Einzelnen“.

          1 Min.

          Aus Deutschland gibt es nur wenig Widerstand gegen die geplante Abschaffung von 1-Cent- und 2-Cent-Münzen. Das ergab eine Umfrage der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung unter den Fachpolitikern der Bundestagsfraktionen. Für die Union lobte Antje Tillmann das Vorhaben der EU-Kommission. „Auf 1-Cent- und 2-Cent-Münzen können wir gut verzichten, auf unser Bargeld natürlich nicht“, sagte sie. Weil viele Menschen bargeldlos zahlten, seien die Kosten für die Prägung der Münzen höher als ihr Nutzen. Eine Abschaffung sei deshalb „konsequent“.

          Justus Bender
          Redakteur in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Für die SPD argumentierte Lothar Binding, das „Handling von Bargeld“ müsse „so effizient wie möglich sein“. Deshalb „sollte über eine Abschaffung nachgedacht werden“. Oliver Krischer von den Grünen nannte die Prägung von jährlich fast einer Milliarde 1- und 2-Cent-Münzen eine „riesige, unnötige und teure Ressourcenverschwendung“. Nach wenigen Jahren seien all diese Münzen „in irgendwelchen Schubladen verschwunden“. Tatsächlich besitzt laut EU-Kommission jeder Bürger der Eurozone im Schnitt 181 dieser Münzen, Tendenz steigend.

          FDP, AfD und Linkspartei sind gegen eine Abschaffung. Otto Fricke von der FDP nannte den Plan „riskant“. Es drohe die Gefahr eines „schleichenden Endes des Bargeldes“, dieses sei aber „geprägte Freiheit für den Einzelnen und gesellschaftlicher Kitt im Zwischenmenschlichen“. Auch Beatrix von Storch von der AfD wandte sich gegen jede Abschaffung von Bargeldmünzen. Fabio de Masi von der Linkspartei warnte vor drohenden „Preiserhöhungen durch Aufrundung“. Außerdem sei Bargeld im Unterschied zu elektronischem Geld „sicher“.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Ein Containerschiff läuft aus dem Hafen von Yantian aus

          Hafen von Yantian : Mega-Stau lähmt den Welthandel

          Unternehmen warten jetzt schon wochenlang auf Waren. Nun droht ein noch größerer Engpass als nach dem Stillstand im Suezkanal: Der Verkehr im Containerhafen Yantian in Shenzhen ist zur Hälfte lahmgelegt.
          Wer keine Vergangenheit hat, baut sich eben eine. Nördlich des Schlosses Sanssouci stehen auf dem Ruinenberg die Reste eines antiken Tempels

          Boomtown Potsdam : Die heimliche Hauptstadt

          Hier konkurrieren Annalena Baerbock und Olaf Scholz ums Direktmandat. Und die halbe Ortschaft sieht so aus wie ein paar sehr reiche Männer sich das vorgestellt haben. Über Potsdam als geistige Lebensform.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.