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Zum Download bereit : Regierung verteidigt Corona-App gegen Kritik

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (Mitte) spricht bei der Präsentation der offiziellen „Corona-Warn-App“. Bild: dpa

Seit Dienstagmorgen steht die offizielle „Corona-Warn-App“ zum Download bereit. Bei der Vorstellung der Anwendung loben Vertreter der Bundesregierung die Entwicklung – und sagen auch, was das Programm nicht kann.

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          Vertreter der Bundesregierung haben bei der Vorstellung der neuen Corona-App vor überzogenen Erwartungen gewarnt und das Programm gegen Kritik verteidigt. „Diese App ist kein Allheilmittel“, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Dienstag in Berlin. Die Anwendung steht seit Dienstagmorgen für die Nutzer von Mobiltelefonen mit den Betriebssystemen Android und iOS zum Download zur Verfügung. Im App-Store von Apple benötigt die „Corona-Warn-App“ des Robert-Koch-Instituts genau 15,2 Megabyte Speicherplatz, die Anwendung hatte bis zum Mittag zahlreiche positive Bewertungen erhalten und rangierte auf Platz eins in der Kategorie „Gesundheit und Fitness – vor der Wander-App „Komoot“ und dem Kalorienzähler „Yazio“. Die Warn-App zu installieren, sei aber „kein Freifahrtschein“, mahnte Spahn. „Diese App ersetzt nicht vernünftiges Verhalten.“ Will heißen: Die Menschen sollen weiter Abstand halten und Maske tragen.

          Kim Björn Becker

          Redakteur in der Politik.

          Die App soll den Gesundheitsämtern dabei helfen, Infektionsketten nachzuverfolgen. Zu diesem Zweck speichert die App im Telefon des Benutzers jeden Kontakt, wenn sich das Gerät über mindestens 15 Minuten lang dicht bei einem anderen Telefon befand, auf dem die App ebenfalls installiert ist. Die beiden Telefone tauschen dann einen Code aus, der zwei Wochen lang auf den jeweiligen Geräten gespeichert wird. Sollte sich später herausstellen, dass einer der Benutzer positiv auf Corona getestet wurde, kann er diese Information in der App auf seinem Gerät hinterlegen.

          Kritik an der Freiwilligkeit

          Sie warnt dann automatisch alle möglichen Kontaktpersonen, die sich dann ebenfalls testen lassen können. Die Codes, die zu diesem Zweck automatisch ausgetauscht werden, sollen keine Rückschlüsse auf die Besitzer des Telefons erlauben, auch werden keine Ortsdaten gespeichert. Es ist den Bürgern freigestellt, die App herunterzuladen – auch die Meldung an das System, wenn jemand sich nachweislich infiziert hat, ist freiwillig.

          Genau an dieser Freiwilligkeit gibt es aber Kritik. Bereits im Vorfeld der Präsentation der Warn-App wurden Stimmen laut; zum Beispiel kam die Frage auf, ob nicht zum Beispiel Restaurantbetreiber verlangen können, dass Gäste die App installieren – dann gäbe es zwar keine gesetzliche Pflicht zur Nutzung, doch einen faktischen Zwang im Alltag. Dieser Darstellung trat Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) am Dienstag entgegen: „Die Freiwilligkeit ist eine der wesentlichen Voraussetzungen dafür, dass diese App angenommen wird.“ 

          Diese gelte nicht nur für die Frage, die App zu nutzen, sondern auch für die dortige Meldung einer Infektion. Was den von manchen befürchteten indirekten Zwang zur Nutzung im Alltag betreffe, so müsse man „die Lebenswirklichkeit betrachten“, sagte Lambrecht. Ein Wirt habe kein Interesse daran, auf diese Weise Gäste fernzuhalten. „Wir brauchen keine gesetzliche Regelung, um das auszuschließen, weil die Lebenswirklichkeit dafür keinen Anlass gibt“, sagte Lambrecht.

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