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Israelfeindliche Posts : Regierung stoppt Impf-Werbevideo mit offenkundig israelfeindlichem Arzt

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Regierungssprecher Steffen Seibert hatte das zurückgezogene Video zeitweise auf seinem privaten Twitteraccount verbreitet. Bild: dpa

Ein Werbevideo für die Corona-Impfung ist von der Bundesregierung zurückgezogen worden. Der Grund: Darin tritt ein Arzt auf, der sich für die Vertreibung der Juden aus dem Nahen Osten eingesetzt hat.

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          Die Bundesregierung hat ein arabischsprachiges Werbe-Video für Corona-Impfungen zurückgezogen, weil darin ein offenkundig israelfeindlicher Arzt zu Wort kam. Der Berliner Hausarzt habe in sozialen Medien Ansichten vertreten, mit denen die Bundesregierung „auf keinen Fall in Zusammenhang stehen“ wolle, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin. Die Regierung sei erst durch Anfragen von Journalisten auf die Äußerungen des Mediziners aufmerksam geworden.

          Seibert bedauerte es, dass die Bundesregierung nicht vor Veröffentlichung des Werbe-Videos von den Ansichten des Arztes erfahren habe. „Wir werden unsere Arbeitsabläufe überprüfen und sicherstellen, dass so etwas nicht wieder vorkommt“, fügte er hinzu.

          Die Bundesregierung habe den arabischsprachigen Arzt in dem Video für Corona-Impfungen werben lassen, um die Informationen „an so viele Menschen heranzutragen wie möglich“, sagte Seibert. Sie werde ihre Werbekampagne auf Arabisch fortsetzen – nicht aber mit diesem Video.

          Nach Informationen der Bild hatte der Berliner Arzt Najeeb Al Saidi bei Facebook israelfeindliche Posts verbreitet. Demnach finden sich auf seinem Facebook-Profil Einträge, in denen die Vertreibung von Juden aus dem Nahen Osten gefordert wird. Auch habe er Propagandafotos der Al-Qassam-Brigaden, des bewaffneten Arms der Terrorgruppe Hamas, verbreitet.

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