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Friedensbewegung : Rege Beteiligung an Ostermärschen

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Am Samstag sind in Düsseldorf rund 200 Menschen für Frieden und gegen Atomwaffen auf die Straße gegangen. Bild: EPA

Bei mehr als 80 Aktionen im ganzen Land gehen am Osterwochenende Menschen für Frieden und gegen Atomwaffen auf die Straßen. Die Friedensbewegung sieht auch die deutsche Politik in der Verantwortung.

          Die Friedensbewegung hat eine positive Bilanz der bisherigen Ostermärsche gezogen. Die regionalen Organisatoren signalisierten eine rege Beteiligung an den bisher mehr als 80 Veranstaltungen, erklärte der Sprecher des zentralen Ostermarschbüros, Willi van Ooyen, am Sonntag in Frankfurt am Main: „Dass die Friedensbewegung die Meinung der Mehrheit der Bevölkerung gegen Krieg und Militarismus widerspiegelt, wird bei den Aktionen in allen Teilen des Landes sichtbar.“

          Am Ostersonntag wurde der Ruhr-Ostermarsch von Essen über Wattenscheid nach Bochum fortgesetzt. Weitere Aktionen fanden in vielen Regionen Deutschlands statt. Die Friedensbewegung halte fest an ihrer Vision von „einer Welt ohne Atomwaffen, von einem entmilitarisierten Europa der Völkerverständigung und einem Deutschland, von dessen Boden kein Krieg, sondern Frieden ausgeht“, hieß es weiter.

          Die weltweiten Kriege würden auch „durch deutsche Kriegsbeteiligung und Waffenlieferungen angeheizt“, kritisierte der Sprecher der Infostelle, van Ooyen: „Die Friedensbewegung darf den Regierenden ihre Unschuldsbekundungen nicht durchgehen lassen. Die deutsche Politik trägt große Verantwortung für das Morden in aller Welt.“

          An diesem Ostermontag sind Ostermärsche unter anderem in Emden, Wilhelmshaven, Hamburg, Cottbus, Magdeburg, Hamm, Bochum, Dortmund, Krefeld, Kassel, Marburg, Bad Homburg, Frankfurt am Main, Fürth, Nürnberg, Landshut, Starnberg, und im schweizerischen Bern geplant. Die Ostermärsche der Friedensbewegung haben eine fast 60-jährige Tradition. Ihren Ursprung hatten sie Ende der 1950er Jahre in Großbritannien.

          Den ersten Ostermarsch in der Bundesrepublik Deutschland gab es 1960 in der Lüneburger Heide. Damals demonstrierten einige hundert Menschen am Truppenübungsplatz Bergen-Hohne gegen die Wiederbewaffnung Westdeutschlands und eine Ausrüstung der Bundeswehr mit Atomwaffen.

          Zu den Hochzeiten der Friedensbewegung Ende der 1960er Jahren sowie während der Nachrüstungsdebatte zu Beginn der 1980er Jahre kamen Hunderttausende zu den Kundgebungen. Danach wurde die Ostermarsch-Bewegung schwächer, sie erlebte wegen der Kriege in Jugoslawien und am Persischen Golf aber immer wieder einen zwischenzeitlichen Aufschwung.

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