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Reformprojekt Synodaler Weg : Der Geburtsfehler rächt sich

Auf spiegelglattem Untergrund: Bischöfe aus Deutschland am 14. November im Petersdom Bild: Cristian Gennari/Romano Sicilian

Noch haben diejenigen in Rom die Oberhand, die lieber über die Katholiken in Deutschland reden als mit ihnen. Das könnte sich bald ändern. Der Papst muss es nur wollen.

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          Es passt in das vertraute Bild, dass das theologische Sündenregister, das Kurienkardinäle wie der Kanadier Ouellet am Freitag rezitierten, schon fertig war, ehe die deutschen Bischöfe nach Rom aufbrachen.

          Wo kämen denn altgediente Kuriale hin, würde man erst miteinander reden anstatt übereinander? Und seit wann schenkt man Bischöfen aus Deutschland mehr Gehör als kleinen, aber gut organisierten Gruppen vom äußersten rechten Rand? Nicht zuletzt unter Deutschen in Rom haben sie viele Fürsprecher.

          Die Frontstellung der Neunziger

          Tatsächlich erinnert im Streit über das Reformprojekt Synodaler Weg vieles an die Frontstellungen der Neunzigerjahre, als Kardinal Ratzinger im Verein mit Papst Johannes Paul II. die Bischöfe zwingen wollte, aus der gesetzlichen Schwangerenkonfliktberatung auszusteigen. Dass sie am Ende Erfolg hatten, lag auch daran, dass die Deutschen sich in Rom und in der Weltkirche nicht um Verbündete bemüht hatten.

          Dieselbe kirchenpolitische Ignoranz stand 2019 auch bei der Geburt des Synodalen Wegs Pate. Der Fehler fällt aber je länger, desto weniger ins Gewicht. Denn auf dem Synodalen Prozess der Weltkirche, den Papst Franziskus bis 2024 verlängert hat, bilden sich neue Allianzen, sogar mit Teilen der Kurie.

          Die Zeit der Altvorderen aber läuft ab. Sollte der Papst es mit Synodalität ernst meinen, könnte er es bald mit klugen Personalentscheidungen dokumentieren.

          Daniel Deckers
          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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