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Reform der Parteiarbeit : CDU will Willen ihrer Mitglieder „erspüren“

Funktionäre der „Mitgliederpartei“: CDU-Generalsekretär Peter Tauber mit der Parteivorsitzenden Angela Merkel Bild: dpa

Die CDU möchte mehr Frauen, mehr Junge und mehr Einwanderer unter ihren Mitgliedern haben: Dabei will sie auch stärker auf das Internet setzen.

          Die CDU möchte mehr Frauen, mehr Junge und mehr Einwanderer unter ihren Mitgliedern haben und in der Kommunikation mit ihren Mitgliedern stärker das Internet und elektronische Mittel einsetzen. CDU-Generalsekretär Peter Tauber sagte am Montag in Berlin, eine Kommission unter seinem Vorsitz werde Vorschläge zur Reform der Parteiarbeit entwickeln, um jene Teile der Bevölkerung stärker anzusprechen, die bislang „von uns nicht unbedingt adressiert worden“ seien. Die CDU habe den Willen, eine „Mitgliederpartei“ zu bleiben; sie wolle nicht zu einer Funktionärspartei werden.

          Johannes Leithäuser

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Als Beispiel für die gewandelten Gewohnheiten der möglichen Parteimitglieder führte Tauber an, dass inzwischen ein Viertel der neuen Mitglieder seinen Parteieintritt über die Internetseite der CDU erkläre, statt zu diesem Zweck einen Ortsverein oder eine Kreisgeschäftsstelle der Partei aufzusuchen. Die aktuelle Mitgliederzahl der CDU bezifferte Tauber auf 467.000. Obwohl die Partei jeden Monat knapp 1000 Mitglieder neu gewinne, verliere sie im Saldo monatlich zwischen 500 und 1000 Mitglieder, vor allem wegen der vielen Sterbefälle. Das Durchschnittsalter der CDU-Mitglieder liegt nach Taubers Angaben inzwischen bei knapp 59 Jahren; drei Viertel der Mitglieder sind männlich.

          Womöglich Mitgliederentscheid über Kanzlerkandidat

          Der CDU-Generalsekretär gab an, es sollten neue Konzepte entworfen werden, die den Mitgliedern größere Mitwirkungsmöglichkeiten gäben. Zu Themen wie Zukunft der Großstädte, Ausländer und Integration, Medien und Digitalisierung will die Partei „Netzwerke“ einrichten, in denen sich Interessierte mit politischen Vorschlägen austauschen könnten. Es müsse ein Bewusstseinsbildung in der CDU geben, sich um neue Anliegen zu kümmern.

          Genauso selbstverständlich wie die Kontakte eines Kreisverbands zur örtlichen Handwerkskammer müssten künftig beispielsweise die Verbindungen zu einem lokalen Netzwerk von Tagesmüttern werden. Tauber ließ erkennen, auch Mitgliederbefragungen oder ein Mitgliederentscheid über die Person eines CDU-Kanzlerkandidaten könnten in der CDU eingeführt werden, doch seien solche Änderungen „nicht die zentrale Frage“. Es sei über diesen Vorschlag im CDU-Präsidium nicht gesprochen worden, das am Montag den Beginn der Parteireform beschloss.

          Der nächste CDU-Parteitag, der im Dezember in Köln stattfinden soll, wird nach Angaben des CDU-Generalsekretärs Debatten über die Themen Arbeit und Soziales, gesellschaftliches Zusammenleben und Familie und Verbraucherschutz führen. Zu diesen Themen hat die CDU unter Leitung der stellvertretenden Parteivorsitzenden Armin Laschet, Thomas Strobl und Julia Klöckner eigene Arbeitsgruppen eingesetzt; es sind die Themen, deren Ressortes in der großen Koalition von der SPD wahrgenommen werden. Es sei auch Zeit, auf den Parteitagen der CDU eine „andere Art von Diskussionen“ einzuführen, als sie bislang üblich gewesen seien; beispielsweise könnten „externe Experten“ zu Beiträgen eingeladen werden.

          Tauber kündigte an, zu den Vorschlägen der Reformkommission sollten auch Überlegungen gehören, die Parteigremien künftig stärker „online tagen zu lassen“. Die Arbeit der CDU müsse im Internet sichtbarer und transparenter werden. Die neuen Kommunikationswege sollten es erleichtern, die Frage zu beantworten „was wünschen sich eigentlich unsere Mitglieder“, sagte der CDU-Generalsekretär. Es müsse dazu eine „Bewusstseinsbildung in der Partei geben“. Tauber sagte, es gehe darum, „zu erspüren, was sich die Mitglieder wünschen“.

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