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Bericht des Wehrbeauftragten : Schlanker, stärker, klüger

Bundeswehrsoldaten 2013 in Kundus, Afghanistan Bild: dpa

Die Bundeswehr muss so reformiert werden, dass sie potentielle Aggressoren abschreckt – und nicht qualifizierte Bewerber.

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          Dicker, schwächer, dümmer – schmeichelhaft ist es nicht, was der Wehrbeauftragte aus der Truppe über den Soldatennachwuchs zu hören bekommt. Gänzlich unberechtigt dürfte dieses militärisch unverblümte Urteil wohl nicht sein. Seit Aussetzung der Wehrpflicht steht die Bundeswehr – in Zeiten der Vollbeschäftigung – mit der freien Wirtschaft und dem zivilen Staatsdienst in einem harten Wettbewerb um geeignete Kandidaten für eine Tätigkeit, die nach wie vor mit einzigartigen Anforderungen und im Zuge der Auslandseinsätze deutlich gestiegenen Gefahren für Leib und Leben verbunden ist. Dem wird seit geraumer Zeit auch bei der Ausrüstung Rechnung getragen, aber noch lange nicht so, dass man damit zufrieden sein könnte.

          Wer den Bericht des Wehrbeauftragten über die chronischen Probleme der Bundeswehr im Beschaffungswesen und über die Schwerfälligkeit des ganzen Apparats liest, den kann kaum verwundern, dass die Bundeswehr nicht nur beim Material, sondern auch beim Personal nehmen muss, was und wen sie nur kriegen kann.

          Bevor jedoch zur Steigerung der Attraktivität mehr Kindergärten in den Kasernen gebaut werden: Bei den Reformen, die nötig sind, um die Missstände zu beseitigen, die durch frühere Reformen geschaffen wurden, muss es in erster Linie um die Steigerung der Kampfkraft gehen. Dicke und dumme Soldaten, die im VW-Bus statt im Panzer ins Manöver ziehen, schrecken nicht potentielle Aggressoren ab, sondern höchstens qualifizierte Bewerber.

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