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Zwickauer Terrorzelle : „Es war Selbstmord“

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Uwe Mundlos (l.) und Uwe Böhnhardt (M.) aufgenommen im Herbst 1996 in Erfurt im Umfeld eines Prozesses gegen den Holocaust-Leugner Manfred Röder

Uwe Mundlos (l.) und Uwe Böhnhardt (M.) aufgenommen im Herbst 1996 in Erfurt im Umfeld eines Prozesses gegen den Holocaust-Leugner Manfred Röder Bild: dapd

Die Zwickauer Neonazis Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt sollen Suizid begangen haben, weil ihr Wohnmobil von der Polizei umstellt und eine Flucht unmöglich war. Nach F.A.Z.-Informationen schließt die Bundesanwaltschaft eine „Einwirkung Dritter“ aus.

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          Uwe Böhnhardt und Uwe Mundloch, die beiden mutmaßlichen Serienmörder der rechtsextremistischen Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“, haben sich am 4. November das Leben genommen, weil ihr Wohnmobil von der Polizei umstellt und eine Flucht dadurch unmöglich war. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung (F.A.S.) unter Bezug auf ermittelnde Sicherheitsbehörden.

          „Die Mitwirkung einer dritten Person an der Tötung ist ausgeschlossen, da das Wohnmobil durch die Polizei umstellt war“, hieß es in der Behörde. Die Obduktion der beiden Männer habe eindeutig ergeben, dass sie durch den Gebrauch von Schusswaffen ums Leben gekommen seien. Bisher war nur davon die Rede gewesen, dass mögliche Fluchtwege durch die Polizei abgesperrt gewesen seien.

          Die Bundesanwaltschaft hatte der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am Freitag mitgeteilt, es sei noch nicht vollständig geklärt, was sich im Wohnmobil an jenem Freitagvormittag zugetragen habe. Eine Einwirkung Dritter sei aber ausgeschlossen. Festzustehen scheint außerdem, dass Schussverletzungen zum Tode beider Männer führten. Die Generalbundesanwaltschaft weist darauf hin, dass der Obduktionsbericht noch ein vorläufiger sei.

          In diesem Wohnmobil kamen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt am 4. November ums Leben. Mutmaßlich durch Schussverletzungen, der Obuktionsbericht ist aber noch vorläufig; gesucht wurden sie zu diesem Zeitpunkt wegen eines Banküberfalls in Eisenach
          In diesem Wohnmobil kamen Uwe Mundlos und Uwe Böhnhardt am 4. November ums Leben. Mutmaßlich durch Schussverletzungen, der Obuktionsbericht ist aber noch vorläufig; gesucht wurden sie zu diesem Zeitpunkt wegen eines Banküberfalls in Eisenach : Bild: dapd

          Am 4. November hatten Mundlos und Böhnhardt eine Filiale der Wartburgsparkasse im Norden der Stadt Eisenach überfallen. Die beiden Täter kamen in Jogginghosen, schlugen einen Angestellten nieder und flohen mit Fahrrädern. Es war der zweite Bankraub dieser Art in Thüringen in kurzer Zeit: Im September hatten zwei Männer in Jogginghosen eine Bank in Arnstadt überfallen und eine Angestellte niedergeschlagen. Sie flohen mit Fahrrädern. Schon der erste Bankraub wies darauf hin, dass die beiden Täter ein Fluchtfahrzeug in der Nähe haben mussten.

          Die Polizei ging deshalb davon aus, dass die Täter versuchten, einer möglichen Ringfahndung zu entgehen, indem sie in relativer Nähe zum Tatort blieben. Die Polizei legte deshalb keinen Fahndungsring, sondern konzentrierte sich auf die Suche nach einem verdächtigen Fahrzeug rund um den Tatort.

          Vor einer ehemaligen Großdiskothek im Eisenacher Stadtteil Stregda wurde an jenem Freitag morgen laut der Polizei ein Passant auf ein Wohnmobil aufmerksam, weil das Auto mit quietschenden Reifen davonfuhr. Der Passant meldete das der Polizei und hatte sich den ersten Buchstaben des Kennzeichens gemerkt: V für Vogtland. Eine Polizeistreife fand das Wohnmobil wenig später - es war keinen Kilometer weiter in der Wohnstraße eines Neubaugebiets geparkt worden. Die Beamten näherten sich dem Fahrzeug, dann hörten sie zwei „Knallgeräusche“. Qualm sei aus dem Fahrzeug gedrungen, dann schlugen Flammen aus dem Dach.

          Wie sich dann bald herausstellte, hatten die beiden über Jahre hinweg kaltblütig Menschen erschossen und Banken ausgeraubt. Erschießen sich solche Täter einfach selbst, auch wenn sie eine Festnahme vor Augen haben? Die Bankräuber wussten offenbar aus dem von ihnen abgehörten Polizeifunk, dass ihnen Fahnder auf den Fersen waren. Ob sich die Männer jeweils wirklich selbst erschossen haben, oder der eine den anderen, dann sich selbst, ist bislang nicht bekannt. Wie es hieß, hatten sie sich durch Schüsse in den Kopf getötet. Aber mit welcher der später gefundenen Waffen? Mit einer Pistole oder einem Gewehr? Wer von beiden setzte das Auto in Brand? Wann genau? Nicht geklärt ist auch, was sich vor den „Knallgeräuschen“ im Wohnmobil zugetragen haben könnte - gab es einen Streit zwischen den beiden Männern, wie ein Augenzeuge berichtet haben soll?

          Die Polizei in Thüringen hielt den Fahndungserfolg zunächst geheim. Dem Vernehmen nach fürchteten die Ermittler, dass sich die Komplizin der beiden, Beate Z., die in Zwickau unterdessen das Wohnhaus, in dem die drei gelebt hatten, in die Luft gesprengt hatte, ebenfalls das Leben nehmen könnte. Doch sie stellte sich der Polizei.

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