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Schießübungen in Ungarn, Bulgarien und Südafrika? : Zwickauer Terrorzelle: Spur ins Ausland

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Die Mitglieder der Terrororganisation "Nationalsozialistischer Untergrund": Beate Zschäpe, Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos Bild: dpa

Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung wurden Mitglieder der Zwickauer Terrorzelle in Ungarn und Bulgarien geortet, außerdem führen Spuren nach Südafrika. Eine zweite Bekenner-DVD gibt es unterdessen nicht.

          Die Mitglieder der rechtsextremistischen Terrorzelle „Nationalsozialistischer Untergrund“ haben sich möglicherweise auch im Ausland aufgehalten. Nach Informationen der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (F.A.S.) sollen deutsche Zielfahnder die Untergetauchten im September 1998 im ungarischen Budapest und im August 2000 in Bulgarien geortet haben. Ermittler halten es für möglich, dass Uwe Böhnhardt und Uwe Mundlos, die sich am 4. November 2011 nach einem Banküberfall selbst töteten, den Umgang mit verschiedenen Waffen im Ausland trainiert haben.

          Auch nach Südafrika führt eine Spur. Mundlos und Böhnhardt hätten über Bulgarien eine Reise nach Südafrika geplant, berichtet die F.A.S. Mehrere Thüringer Neonazis sollen sich zudem im Jahr 2000 auf der Farm des rechtsextremistischen Publizisten Claus Nordbruch aufgehalten haben. Nach Aussagen Nordbruchs in einem Interview aus dem Jahr 2000 habe er „mit zwei Kameraden aus Thüringen“ eine Reise in Südafrika unternommen; auch von Schießübungen ist die Rede. Nordbruch trat schon im September 1999 in einem Stadtteilzentrum in Jena-Lobeda bei einer Veranstaltung des „Thüringer Heimatschutzbundes“ auf, zu dem Mundlos, Böhnhardt und die inhaftierte Beate Zschäpe gehört hatten.

          Im Zuge seiner Ermittlungen zu den Morden zweier Thüringer Rechtsextremisten wertet das Bundeskriminalamt unterdessen mehr als 1400 Asservate aus der gesprengten Wohnung des Neonazi-Trios in Zwickau aus. Eine zweite dort gefundene DVD, von der vermutet worden war, sie enthalte einen weiteren Bekenner–Film, hat nach Angaben aus Sicherheitskreisen nur harmlose Fernsehmitschnitte enthalten. Das berichtet die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“. Mehrere der in Zwickau gefundenen Waffen konnten einzelnen der mutmaßlich 14 Banküberfälle der Zelle zugeordnet werden. Das gilt auch für eine zweite Waffe, die bei zweien der insgesamt neun Morde mit einer Waffe vom Typ Ceska verwendet wurde.

          Die Ermittlungsbehörden gehen davon aus, dass das Trio weitere Wohnsitze außer den beiden bekannten in Zwickau gehabt hat, berichtet die F.A.S. Zielfahnder des Landeskriminalamts Thüringen sollen die drei Gesuchten zudem im Herbst 2000 und im Februar 2002 in einer Menschenmenge in Chemnitz entdeckt und fotografiert haben. Warum die Fahnder nicht zugriffen und wie die sächsischen Polizeibehörden mit den Informationen umgingen, ist bisher offenbar unklar.

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