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Sachsen : Fremdenfeinde in Heidenau greifen abermals Polizisten an

  • Aktualisiert am

Bild: Reuters

Hundert Asyl-Gegner hätten eine „offensichtlich organisierte, massive Attacke“ geführt, sagte ein Sprecher der Polizei. Innenminister de Maizière nennt die Angriffe „unwürdig für Deutschland“.

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          Vor einem Asylbewerberheim im sächsischen Heidenau ist es in der Nacht zum Sonntag abermals zu Ausschreitungen gekommen. Etwa hundert Asyl-Gegner hätten sich vor dem Heim versammelt und eine „offensichtlich organisierte, massive Attacke“ gegen Polizisten geführt, sagte ein Polizeisprecher. Polizeibeamte seien mit Flaschen, Steinen und Feuerwerkskörpern beworfen worden. Die Polizei habe sofort eingegriffen und die Störer abgedrängt.

          120 weitere Flüchtlinge angekommen

          Ob es Verletzte oder Festnahmen gab, konnte die Polizei zunächst nicht sagen. „Wichtig ist zunächst einmal, dass sich die Lage wieder beruhigt hat“, erklärte der Sprecher. Zuvor waren in der Nacht zum Samstag bei fremdenfeindlichen Protesten gegen die Unterbringung von Asylbewerbern vor dem neuen Heim 31 Polizisten verletzt worden.

          Rechte und linke Demonstranten standen sich in den Abendstunden in dem kleinen sächsischen Ort gegenüber. Beide Seiten waren durch eine Bundesstraße voneinander getrennt. Es blieb bei Pöbeleien und Beleidigungen.

          Bis zum Abend waren etwa 120 neue Flüchtlinge in der Notunterkunft angekommen. Die insgesamt vier Busse konnten das Gebäude ungehindert erreichen, wie der Sprecher weiter sagte.

          De Maizière warnt Asyl-Gegner

          Unterdessen hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) den Angreifern die „gesamte Härte des Rechtsstaates“ angekündigt. „Wir haben eine gewaltige Welle von Hilfsbereitschaft, aber zugleich einen Anstieg von Hass, Beleidigungen und Gewalt gegen Asylbewerber. Das ist für unser Land unwürdig und unanständig“, sagte de Maizière der „Bild am Sonntag“.

          „Jeder, der so denkt, sollte sich auch nur für einen Moment vorstellen, er wäre in der Situation der Flüchtlinge“, sagte de Maizière weiter. „Jedem, der so handelt, treten wir mit der gesamten Härte des Rechtsstaates entgegen.“ Auch ein Asylbewerber, „der morgen abgeschoben wird“, habe heute Anspruch auf eine faire Behandlung und darauf, in Frieden zu leben.

          De Maizière ermahnte gleichzeitig auch die Flüchtlinge, friedlich zu bleiben. Von den Asylbewerbern sei zu erwarten, dass sie Recht und Gesetz einhielten und sich nach den hier geltenden Regeln verhielten. Der Innenminister wies zugleich Vorwürfe des Schauspielers Til Schweiger zurück, die Politik finde keine klaren Worte gegen Flüchtlingsfeindlichkeit. „Ich finde das Engagement von Herrn Schweiger gut“, sagte er der „BamS“. Schweigers Einschätzung sei aber schlicht falsch. „Alle wichtigen Politiker von Regierung und Opposition äußern sich klar und deutlich.“

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