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Heidenau bei Dresden : Hunderte demonstrieren gegen Flüchtlingsunterkunft

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Demonstranten in Heidenau bei Dresden wollen die Unterbringung von Flüchtlingen in ihrer Gemeinde verhindern. Bild: dpa

Rund 250 Flüchtlinge sollen in der Nähe von Dresden in einem Baumarkt untergebracht werden, der seit 2013 leer steht. Dagegen haben mehrere hundert Menschen demonstriert. Die NPD hatte dazu aufgerufen.

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          In Heidenau bei Dresden haben mehrere hundert Menschen gegen die Aufnahme von Asylbewerbern demonstriert. Dazu aufgerufen hatte die rechtsextreme NPD. Im Anschluss daran blockierten Dutzende Demonstranten am Abend die Bundesstraße 172 vor einem früheren Baumarkt, in dem in der Nacht zum Samstag etwa 250 Flüchtlinge untergebracht werden sollten. Vereinzelt krachten Böller. Die Polizei leitete den Verkehr um, wie die Polizeidirektion Dresden mitteilte. Auf den beiden jeweils knapp 3000 Quadratmeter großen Etagen des Baumarkt-Gebäudes sollen künftig bis zu 600 Menschen unterkommen. Das Gebäude stand seit 2013 leer. Nach Aussagen der Landespolizei soll auf dem Gelände des Baumarktes ein Wachdienst für Ordnung und Sicherheit sorgen. Außerhalb werde das Terrain von der Polizei überwacht.

          Bei der Eröffnung des Dresdner Zeltlagers für Flüchtlinge war es am 24. Juli bei einer Kundgebung der rechtsextremen NPD zu Ausschreitungen gekommen. Neonazis und Hooligans gingen auf Demonstranten los, die die Flüchtlinge begrüßen wollten. Sie bewarfen sie mit Flaschen und anderen Gegenständen, drei Menschen wurden verletzt. Sachsens Behörden suchen derzeit ebenso wie andere Bundesländer händeringend nach Unterkunftsmöglichkeiten für Asylsuchende, weil bis Jahresende noch etwa 25.000 Flüchtlinge aus Kriegsgebieten und Asylbewerber aus anderen Staaten erwartet werden. Bis Ende Juli waren bereits 15.000 Betroffene registriert und damit mehr als im gesamten Jahr 2014. Nach Auskunft der Landesdirektion ist der Baumarkt in Heidenau bereits die 20. Außenstelle der Erstaufnahme in Sachsen. Auf dem Gelände der Landesdirektion soll bis Anfang kommenden Jahres ein Containerdorf entstehen.

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          Man prüfe laufend Objekte, sagte Behördensprecher Holm Felber. Infrage kämen aber nur Standorte, an denen mindestens 250 Menschen Platz fänden. Die Asylbewerber, die in Heidenau unterkommen, müssen in der nächsten Woche noch ein- oder zweimal nach Chemnitz fahren. In der dortigen zentralen Erstaufnahme findet die medizinische Erstuntersuchung statt. Außerdem hat dort das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge seine sächsische Niederlassung, die die Asylanträge entgegennimmt. Ab September soll dies auch im Dresdner Zeltlager möglich sein. Vertreter von Firmen in der Nachbarschaft des Heidenauer Baumarkts sorgten sich am Freitag um die Sicherheitslage. Nach den Worten von Helmut Koller, Abteilungsleiter in der Landesdirektion, gab es im Umfeld der bisherigen Erstaufnahme-Einrichtungen keine Zunahme der Kriminalität.

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