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Rechtsextremismus : Zwischen Kampfsport und Terrorpropaganda

Zugriff in Eisenach: Polizisten am Morgen des 6. April 2022 bei einer der Durchsuchungen Bild: dpa

Noch nie gab es eine so konzertierte Aktion gegen mutmaßliche Rechtsextremisten. Über tausend Polizisten waren in ganz Deutschland im Einsatz – auf der Suche nach dem großen Netzwerk?

          4 Min.

          Es war eine konzertierte Aktion, wie es sie noch nicht gegeben hat. Mit über 1000 Polizeikräften ließ die Bundesanwaltschaft ab dem frühen Mittwochmorgen 61 Räumlichkeiten in ganz Deutschland durchsuchen. Nicht einmal nach dem Auffliegen der Terrorgruppe „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) im November 2011 waren nach F.A.Z.-Informationen so viele Beamte im Einsatz wie nun. Noch nie richtete sich ein Verfahren allerdings auch gegen so viele Personen auf einmal. 50 Beschuldigte haben die Ermittler wegen des Verdachts rechtsextremistischer Straftaten im Blick; vier Männer wurden festgenommen. Sie sind unter anderem der Mitgliedschaft in einer rechtsextremistischen kriminellen Vereinigung und der gefährlichen Körperverletzung dringend verdächtig.

          Marlene Grunert
          Redakteurin in der Politik.
          Stefan Locke
          Korrespondent für Sachsen und Thüringen mit Sitz in Dresden.

          Die über 800 Ermittlungsbeamten und rund 200 Sondereinsatzkommandos rückten in elf Bundesländern aus – vor allem in Thüringen, wo die rechtsextreme Szene offenbar wieder einmal besonders markant in Erscheinung getreten ist. Seit Jahrzehnten ist sie eine der stärksten in ganz Deutschland; auch das Kerntrio des „NSU“ stammte von hier. Drei der vier dringend Tatverdächtigen ließ die Bundesanwaltschaft am Mittwoch in Eisenach festnehmen, bei zehn weiteren Personen ließ sie durchsuchen.

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