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Rechtsextreme in der AfD : Der Flügel auf dem Vormarsch

  • -Aktualisiert am

Rechtes Trio: Jörg Meuthen (r) und Alexander Gauland (M), die Parteivorsitzenden der AfD, geben zusammen mit Björn Höcke, AfD-Fraktionschef in Thüringen, eine Pressekonferenz nach der Landtagswahl in Thüringen Ende Oktober 2019. Bild: dpa

Der Ausschluss von Andreas Kalbitz aus der AfD hat die Rechtsextremisten in der Partei nicht geschwächt, sondern gestärkt. AfD-Chef Meuthen ist auf dem Rückzug.

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          Der Sieg über den Rechtsextremismus in seiner Partei, den der selbsternannte Verfassungsschützer Jörg Meuthen im Sommer triumphierend verkündete, war nicht mehr als ein Scheinsieg. Zwar gelang es dem AfD-Vorsitzenden mit einigem Geschick, den einstigen Vordenker des formal aufgelösten völkischen „Flügels“ Andreas Kalbitz aus der Partei zu entfernen. Die informell immer noch existierende Flügeltruppe hat seither aber nicht zurückgesteckt.

          Vielmehr ist sie dabei, die ganze Macht in der AfD zu erobern. Der von Meuthen als „überschätzt“ fatal unterschätzte Thüringer AfD-Anführer Björn Höcke spielt dabei nach dem Ausschluss seines „Kameraden“ Kalbitz eine Schlüsselrolle. Der Einfluss des „Flügels“ werde mit Höcke als Schlüsselfigur größer, lautet nun die realistische Einschätzung des wirklichen Verfassungsschützers Haldenwang.

          Meuthen selbst hat sich hinter seinem sicheren und gut dotierten Amt als stellvertretender Chef der Fraktion der Rechten im Europaparlament verschanzt. Dass er dort unabkömmlich sei und deshalb doch nicht für den Bundestag kandidieren könne, nimmt ihm in der AfD niemand ab.

          So treibt die einst als eurokritische Professoren-Partei gegründete AfD weiter in Richtung einer NPD 2.0. Womöglich ist das Potential für eine dauerhaft im Bundestag und den Ländern verankerte rechtsextreme Partei 75 Jahre nach Ende des NS-Regimes wie anderswo in Europa auch in Deutschland wieder vorhanden. Auch wenn das eine Schande wäre.

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