https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/rechtsextreme-szene-gewaltbereite-gruppen-kaum-noch-sichtbar-16246273.html

Rechtsextreme Szene : Gewaltbereit, aber kaum mehr sichtbar

  • -Aktualisiert am

Unauffälliger Nachbar: Das Haus von Stephan E. in Kassel Bild: dpa

Der mutmaßliche Mörder Lübckes stammt aus der Neonazi-Szene Nordhessens, die einst die Mörder des NSU unterstützt haben soll. Seitdem hat sich das Milieu stark gewandelt.

          4 Min.

          Für die hessischen Sicherheitsbehörden ist der Fall Lübcke in mehrerlei Hinsicht ein Déjà-vu. Den Tatverdächtigen Stephan E. hatten sie auf dem Radar. Bis wann genau, ist unklar. Beobachtet wurde er in den vergangenen Jahren offenbar nicht mehr. Viele Fragen dazu sind offen. Doch die Spurensuche in seiner Vergangenheit zeigt: Er stand in Kontakt mit gewaltbereiten Rechtsextremisten und mit neonazistischen Gruppen, deren Namen schon im Zusammenhang mit den Versuchen, die NSU-Morde aufzuklären, genannt worden war. Und wieder steht Nordhessen im Fokus.

          Julian Staib
          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

          Die Opfer des ersten und des letzten der insgesamt zehn Morde des „Nationalsozialistischen Untergrunds“ (NSU) stammten aus Hessen. Enver Simsek aus Schlüchtern, ermordet im September 2000 in Nürnberg. Und Halit Yozgat, erschossen im April 2006 in einem Internetcafé in Kassel. Bis zum Sommer 2018 wurde im Hessischen Landtag versucht, die Morde und die Rolle der Sicherheitsbehörden aufzuklären. Vieles blieb im Dunkeln. Auch, was die Rolle des Verfassungsschutzes anging. Deutlich aber wurde: Die Mörder des NSU hatten in Nordhessen offenbar Unterstützer.

          Testen Sie unser Angebot.
          Jetzt weiterlesen.
          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+
          Mordwerkzeug: Sergej Mironow, der Leiter der Fraktion „Gerechtes Russland – für die  Wahrheit“ in der Staatsduma, präsentiert einen Vorschlaghammer mit einer persönlichen Widmung von der privaten Söldnerfirma Wagner.

          Russlands Ideologie des Todes : Das Imperium mit dem Vorschlaghammer

          Auf dem Weg nach Walhalla: Die private Söldnertruppe Wagner mit ihrer demonstrativen Brutalität bestimmt zunehmend den politischen Ton in Russland. Männer werden auf den Tod in der Schlacht eingeschworen. Ein Gastbeitrag.

          Hertha nach dem Bobic-Rauswurf : Das Ende des Größenwahns

          Der „Big City Club“ ist mit dem Aus von Fredi Bobic endgültig Geschichte. Der neue Ansatz von Hertha BSC klingt gut, ist aber grotesk. Denn so wie der Klub nun werden soll, war er schon einmal.