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Rechtsextremistische Vorfälle? : Ermittlungen gegen Elitesoldaten

  • Aktualisiert am

Elitesoldaten des KSK im Training Bild: dpa

Die Bundeswehr kommt nicht zur Ruhe. Nach den Skandalen um den Soldaten Franco A. und Wehrmachtsdevotionalien in Gemeinschaftsräumen ermittelt nun die Staatsanwaltschaft gegen Elitesoldaten der Truppe.

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          Die Staatsanwaltschaft Tübingen leitet Ermittlungen wegen angeblicher rechtsextremistischer Handlungen beim Kommando Spezialkräfte (KSK) der Bundeswehr ein. Das sagte deren Leiter Michael Pfohl am Donnerstag, nachdem ein Rechercheteam mehrerer öffentlich-rechtlicher Sender über rechtsextreme Umtriebe in der Truppe berichtet hatte.

          Zunächst müsse ermittelt werden, wo sich die Vorfälle ereignet haben, um die Zuständigkeit zu klären. Er habe erst durch den Medienbericht von den Vorfällen erfahren. Auch die Bundeswehr hat interne Ermittlungen eingeleitet. „Nach dem bisherigen Erkenntnisstand haben sich die Vorwürfe verfassungsfeindlicher Äußerungen in Wort, Bild oder Tat aber nicht bestätigt“, sagte ein Sprecher des Heeres der Nachrichtenagentur dpa.

          Der Wehrbeauftragte Hans-Peter Bartels hat kritisiert, dass die Bundeswehr nicht selbst staatsanwaltschaftliche Ermittlungen wegen der Nazi-Vorwürfe gegen das Kommando Spezialkräfte veranlasst hat. „Man fragt sich schon, warum nicht gleich die Staatsanwaltschaft eingeschaltet wurde“, sagte er am Donnerstag.

          Bartels zeigte sich sehr besorgt. „Wenn das so ist, ist das wirklich ein Problem für das KSK“, sagte er. „Nicht weil Eliteausbildung besonders verpflichtet, sondern weil überall in der Bundeswehr für die Soldaten die gleichen Regeln gelten.“

          Bei der Abschiedsfeier für einen Kompaniechef der Elitetruppe KSK am 27. April 2017 soll nach den Recherchen von „Radio-Bremen“ und „NDR-Panorama“ unter anderem ein Schweinskopfwerfen veranstaltet worden sein. Außerdem sollen mehrere Soldaten den Hitlergruß gezeigt sowie Rechtsrock gehört haben. Ausgangspunkt der Recherchen waren die Angaben einer Augenzeugin. Sie schildert, dass sie von einem befreundeten Soldaten zu der Abschiedsfeier auf einer Schießanlage in der Nähe von Stuttgart als „Hauptpreis“ für den Kompaniechef eingeladen worden sei. Die Zeugin habe auch Belege für ihre Angaben.

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