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Rechtsextreme Cottbus-Fans : Polizei kennt Ku-Klux-Klan nicht

Schon mehrmals fielen Fans des FC Energie Cottbus (hier bei einem Platzsturm in Babelsberg) durch rechtsextreme Zwischenfälle auf. Bild: dpa

Nachdem Aufstieg des FC Energie Cottbus feiern einige Fans die Rückkehr in die dritte Liga mit Ku-Klux-Klan-Kapuzen und rechten Bannern. Die Polizei bleibt tatenlos. Nun wird gegen die Beamten ermittelt.

          Nach einer Aktion rechtsradikaler Fußballfans im brandenburgischen Cottbus wird gegen mehrere Polizeibeamte ermittelt. Am Sonntag hatten sich nach dem Aufstieg des FC Energie Cottbus in die 3. Bundesliga einige Fans auf dem Altmarkt versammelt. Sie maskierten sich mit weißen Kapuzen im Stil des rassistischen amerikanischen Ku-Klux-Klans, zündeten bengalische Fackeln an und trugen ein Banner mit der Aufschrift „Aufstieg des Bösen“, dem Titel einer Filmbiographie über Adolf Hitler. Die Gruppe filmte die Szenerie und verbreitete sie über die sozialen Netzwerke.

          Markus Wehner

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Polizisten, die das Spektakel beobachteten, griffen nicht ein. Die Cottbuser Polizei teilte später mit, die Beamten hätten nicht gewusst, was der Ku-Klux-Klan sei. Sie hätten die Kapuzen nur als Vermummung angesehen, weil die Personen wegen des Abbrennens des Feuerwerks nicht hätten erkannt werden wollen. Auch das Transparent hätten die Beamten nicht gesehen.

          Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) kritisierte am Donnerstag die Polizisten. Wenn die Polizisten die Zeichen des Ku-Klux-Klans nicht kennen würden, dann habe er dafür kein Verständnis. „Dazu fällt mir nichts mehr ein“, sagte Schröter in einer Fragestunde des Landtags in Potsdam. Es handele sich um eine „miese Aktion“ und eine „geschmacklose Darstellung“. Zudem hätten die Polizisten wegen des Vermummungsverbots, einer unangemeldeten Demonstration und des Abbrennens illegalen Feuerwerks einschritten müssen. Nach Schröters Worten wird gegen mehrere Polizeibeamte wegen des Verdachts der Strafvereitelung im Amt ermittelt. Nach Angaben des Ministers hätten sich die Personen im Stile eines Flashmobs für wenige Minuten zusammengefunden, es sei vor allem darum gegangen, Aufnahmen zu machen. Er bedauere, dass die sportliche Leistung des Fußballklubs durch den Vorfall überschattet werde.

          Der FC Energie Cottbus hat seit längerem ein Problem mit rechtsradikalen Fans. Dazu gehörte eine Hooligan-Gruppe namens „Inferno Cottbus“, die sich wegen eines drohenden Verbots selbst auflöste. Der Verein hat eine Reihe von Initiativen gegen rechtsradikale Fans unternommen. Der Zusammenschluss „Energie-Fans gegen Nazis“ hatte bei den vergangenen beiden Spielen des FC Energie ein Banner angebracht. Es war allerdings beide Male von anderen Fans heruntergerissen worden.

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