https://www.faz.net/aktuell/politik/inland/rechtsextreme-chat-gruppe-schande-fuer-die-polizei-16956543.html

Rechtsextreme Chat-Gruppe : Schande für die Polizei

  • -Aktualisiert am

Erschüttert: NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) Bild: dpa

Der Fall in Mülheim an der Ruhr zeigt eine neue Dimension rechtsextremer Tendenzen unter Polizisten. Gut, dass NRW-Innenminister Reul den Skandal nicht beschönigt.

          1 Min.

          Nach Hessen hat nun auch Nordrhein-Westfalen ein gravierendes Problem mit rechtsextremen Polizeibeamten. „Eine Schande für die Polizei“ nannte der sichtlich erschütterte Innenminister Herbert Reul den nun aufgedeckten Vorgang und seine Dimension – zu Recht. Was muss schiefgelaufen sein, dass eine ganze Dienstgruppe mit 29 (!) auf das Grundgesetz vereidigten Beamten in Mülheim an der Ruhr per Handy über Jahre rassistische Sprüche, Hitler-Fotos und Bilder von Flüchtlingen in Gaskammern untereinander austauschen konnte?

          Schlimm ist dabei auch, dass viele Polizisten in dieser Chat-Gruppe Empfänger dieser neonazistischen Hetze waren, aber nicht auf die Idee kamen, dies ihren Vorgesetzten zu melden. Diesen fatalen Geist in hoffentlich nur kleinen Teilen der Polizei, der sich auch bei den rechtsextremen Umtrieben im Kommando Spezialkräfte der Bundeswehr zeigte, muss Reul brechen.

          Rechtsextrem eingestellte Polizisten in Hamm, Aachen und jetzt in Mülheim sind, wie der Minister bitter feststellte, zu viele, um noch von Einzelfällen zu sprechen. Der von ihm nun eingesetzte „Sonderbeauftragte für rechtsextremistische Tendenzen in der nordrhein-westfälischen Polizei“ wird viel zu tun haben. Ein erster Schritt ist dabei das versprochene Konzept zur Früherkennung rechtsextremer Einstellungen unter Polizisten. Das hat bisher gefehlt, weil man glaubte, es sei nicht nötig. Ein Irrglaube, leider.

          Thomas Holl
          Redakteur in der Politik.

          Weitere Themen

          Machtpoker im Rathaus

          Dresdner Stadtrat : Machtpoker im Rathaus

          In Dresden haben sich Stadtrat und Oberbürgermeister im Kampf um wichtige Posten hoffnungslos verheddert. Die Kommunalaufsicht droht schon damit, einem Amtsverwalter einzusetzen.

          Topmeldungen

          Roboter schweißen ein Auto in einer Fabrik in Peking.

          Industrie in China : Das Reich der Roboter

          In chinesischen Fabriken stehen mittlerweile mehr Roboter als in den USA. Die Automatisierung der vergreisenden Volksrepublik rast voran – auch wegen der ständigen Lockdowns.
          Kurzer Lichtblick zwischen zwei Tunnelstrecken: ICE auf Testfahrt über die neue Filstalbrücke.

          Ein Stück Stuttgart 21 : Alb-Traum

          Zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember wächst das ICE-Netz um 60 schnelle Kilometer. Es ist der Anschluss an die Neubaustrecke des noch nicht fertigen, umstrittenen Projekts Stuttgart 21.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.