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Bildungsvergleich : Rechtschreibtest für Grundschüler

Auch die Rechtschreibung von Grundschülern wird zukünftig geprüft. Bild: dpa

Zum ersten Mal wird bei einem Ländervergleich für die Grundschule auch die Rechtschreibung getestet. Außerdem sollen Bildungsforscher untersuchen, ob die aktuellen Lehrmethoden die richtigen sind.

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          Bei ihrer Tagung in Leipzig haben sich die Kultusminister dazu durchgerungen, zum ersten Mal bei einem Ländervergleich für die Grundschule auch die Rechtschreibung zu untersuchen. Im Ländervergleich 2016 für die vierte Klasse werden also die Fächer Deutsch und Mathematik getestet, sodass Lesen, Sprechen und Zuhören sowie richtiges Schreiben genau unter die Lupe genommen werden. „Orthographie ist wichtig, auch wenn es auf dem Computer Rechtschreibprogramme gibt“, sagte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, die sächsische Kultusministerin Brunhild Kurth (CDU), dazu in Leipzig. Vor wenigen Jahren noch wäre ein derartiger Beschluss kaum so gefallen. Es war kein Zufall, dass Rechtschreibvergleiche von bestimmten sozialdemokratisch regierten Ländern bisher verweigert wurden, weil sie eine öffentliche Blamage bei der Bekanntgabe der Ergebnisse befürchteten.

          Heike Schmoll

          Politische Korrespondentin in Berlin, zuständig für die „Bildungswelten“.

          Doch auch unter den sozialdemokratischen Kultusministern, die die Mehrheit in der Konferenz der Kultusminister (KMK) bilden, ist inzwischen ein Sinneswandel eingetreten. Selbst wenig schmeichelhafte Ergebnisse werden in Kauf genommen, weil die Minister wissen, dass ein bewusstes Ignorieren, von der Öffentlichkeit scharf beobachtet, sie noch stärker blamieren würde. Aber es geht den Ministern nicht nur darum zu erfahren, wo ihre Schüler mit ihren in einer bestimmten Klassenstufe erworbenen Fähigkeiten stehen. Sie wollen auch wissen, wie sie die Ergebnisse verbessern können. Direkt in die Schulpraxis übertragbare Ratschläge werden sie von Bildungsforschern nicht bekommen.

          Die Kultusministerkonferenz am Donnerstag in Leipzig.
          Die Kultusministerkonferenz am Donnerstag in Leipzig. : Bild: dpa

          Umso notwendiger wird es werden, bestimmte Unterrichtsmethoden und ihre Effekte auf den Lernerfolg zu erforschen. Auf diese Weise wird untersucht, ob das Schreiben nach dem Hören (phonetische Schreibung), das in nahezu allen Ländern in den ersten beiden oder gar drei Schuljahren der Grundschule üblich ist, zu schlechteren Rechtschreibkenntnissen führt.

          Bei einem zweiten Ländervergleich, der schon im kommenden Jahr stattfindet und die Kompetenzen der Neuntklässler in Deutsch, Englisch und Französisch betrachtet, wird auch die Verteilung der Schüler auf die jeweiligen Kompetenzstufen der Bildungsstandards erhoben. Wenn sich dann - wie beim Bildungsbericht - zu viele Schüler unterhalb des Durchschnitts befinden, wird man an den Schulen Konsequenzen ziehen müssen. Eine weitere Vereinfachung der ohnehin nicht immer allzu anspruchsvollen Standards wird von den Bildungsforschern jedenfalls nicht beabsichtigt.

          Inzwischen sind alle Minister unabhängig von ihrem Parteibuch der Auffassung, dass das Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB), das die Minister schließlich selbst gegründet haben und das trotzdem nicht die Rolle eines Hofberichterstatters spielt, gestärkt werden muss. Ob das dann allerdings auch bedeutet, dass die Minister ihre Finanzminister dazu bewegen können, mehr Geld für die Finanzierung des IQB auszugeben, ist eine offene Frage.

          Zu den wichtigsten Beschlüssen in Leipzig gehört die Rahmenvereinbarung über die Berufsschulen. Künftig wird der ausbildungsbegleitende Erwerb der Fachhochschulreife möglich werden.

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