https://www.faz.net/-gpf-p9i4

Rechtschreibreform : Stoiber setzt Rechtschreibung auf die Tagesordnung

  • Aktualisiert am

Stoiber: „Sympathie” für Wulffs Antrag Bild: dpa/dpaweb

Die Bemühungen, zur bewährten Rechtschreibung zurückzukehren, erhalten Unterstützung durch den bayerischen Ministerpräsidenten. Stoiber will die Ministerpräsidentenkonferenz mit dem Thema befassen.

          2 Min.

          Immer mehr Ministerpräsidenten der Bundesländer sind der Auffassung, sie sollten der Konferenz der Kultusminister die Zuständigkeit für die Rechtschreibreform nehmen und sie für sich selbst reklamieren. Damit verbinden sich Bemühungen, zur bewährten Rechtschreibung zurückzukehren. Am Freitag wurde bekannt, daß der bayerische Ministerpräsident Stoiber (CSU) den entsprechenden Plan des niedersächsischen Ministerpräsidenten Wulff (CDU) unterstütze. Stoiber wird die nächste Ministerpräsidentenkonferenz der Länder Anfang Oktober mit dieser Sache befassen; zur Zeit ist er ihr Vorsitzender.

          Am Freitag wurde Stoiber bekannt, Wulff werde einen Antrag stellen, die Ministerpräsidentenkonferenz solle über die Kompetenzverlagerung beraten. Stoiber teilte sogleich mit, er habe "Sympathie" dafür und werde die Angelegenheit auf die Tagesordnung setzen. Während der Sitzung des Bundesrates sprach Stoiber mit Bundesinnenminister Schily und teilte ihm die Entwicklung mit. Es hieß, Schily habe das mit "Verständnis" zur Kenntnis genommen.

          Unklarheiten und Unsicherheiten

          Am Vormittag gab es eine Unterredung der Ministerpräsidenten von CDU und CSU mit der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel. Dem Vernehmen nach argumentierten vor allem Stoiber, Wulff und der saarländische Ministerpräsident Müller (CDU) für neue Zuständigkeiten und für eine Rückkehr zur alten Schreibweise. Die Rechtschreibreform sei von der Bevölkerung nicht angenommen worden; sie schaffe Unklarheiten und Unsicherheiten. Es gehe um die kulturelle Identität. Deshalb müßten sich die Ministerpräsidenten "kritisch" mit den Auswirkungen der Reform befassen, sagte Stoiber.

          Auch Frau Merkel zeigte sich "offen" für die neue Entwicklung; sie sehe ebenfalls das Problem mangelnder Akzeptanz. In der Runde wurde die Skepsis über die Arbeit der Kultusminister deutlich, die die neue Schreibweise unterstützten. Wulff hatte Ende Juni in einem Gespräch mit dieser Zeitung gesagt, die kultusministerielle Ebene sei nicht in der Lage, die Rechtschreibreform zu bewältigen; von ihr sei eine Rücknahme der Reform nicht zu erwarten.

          Schily unterrichtet

          Es gab auch kritische Einwände gegen solche Überlegungen und Pläne. Der hessische Ministerpräsident Koch machte Bedenken deutlich und wies auf den langen Prozeß hin, in welchem die Rechtschreibreform schließlich gebilligt worden sei. Stoiber äußerte, daß diese Bedenken bei den weiteren Beratungen beachtet werden müßten. Auch müßten die Folgen für Österreich und die Schweiz bedacht werden, wo die Rechtschreibreform ebenfalls gilt. Aus diesem Grund war Schily über den Vorstoß aus den Reihen der Unions-Ministerpräsidenten unterrichtet worden. Stoiber sehe ein "Zeitfenster" zur Rückkehr zur alten Schreibweise bis Ende Juli kommenden Jahres, hieß es. Bis dahin gelten beide Schreibweisenzugleich. Die Zeit bis dahin solle zu neuen Verhandlungen genutzt werden.

          Weitere Themen

          Nichtgeimpfte sollen Tests künftig selbst zahlen Video-Seite öffnen

          Scholz : Nichtgeimpfte sollen Tests künftig selbst zahlen

          SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz spricht sich in der Gesprächsreihe „Brigitte Live“ für Tests für Reiserückkehrer aus. Dabei betont er auch, dass freiwillig Nichtgeimpfte ihre Tests „dann irgendwann selber zahlen müssen.“

          Topmeldungen

          Selbst über einen großen Abstand können Windpocken-Viren über die Luft übertragen werden - das scheint auch für die Delta-Variante zu gelten.

          US-Behörde warnt : Delta-Variante ähnlich infektiös wie Windpocken

          In einem internen Papier der amerikanischen Gesundheitsbehörde CDC wird davor gewarnt, wie infektiös die Delta-Variante ist. Auch von zweifach Geimpften kann demnach eine hohe Ansteckungsgefahr ausgehen.
          Offenherzig: Pilot und Beiflieger sitzen in der Breezy im Freien und atmen dank des Heckmotors frische Luft.

          Fliegen in der Breezy : Ein Flugzeug zum Selberbauen

          Carl Friedrich Schmidt ist Musiker – und begeisterter Flieger. Für seine zweite Leidenschaft hat er sich deshalb ein eigenes Flugzeug gebaut. Mit einem Bausatz von Piper, Wankelmotor und viel Hingabe.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.