https://www.faz.net/-gpf-9b5w5

Ausländerrecht : Razzien in mehreren Bundesländern wegen Scheinehen

  • Aktualisiert am

Große Razzia in Deutschland: Die Polizei ermittelt gegen Scheinehen. Bild: dpa

An mutmaßlich 27 Orten sucht die Polizei nach Beweisen gegen bandenmäßig organisierte Schleuser. Sie sollen Menschen aus Indien und Pakistan mit falschen Dokumenten zu einem Aufenthalt in Deutschland verholfen haben.

          1 Min.

          Mit einem großen Aufgebot geht die Polizei seit dem Mittwochmorgen in mehreren Bundesländern gegen Schleuser vor. Hintergrund der Durchsuchungen seien Ermittlungen zu bandenmäßig organisierten Scheinehen, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Diese sollten Menschen aus Indien und Pakistan einen dauerhaften Aufenthalt in Deutschland ermöglichen. Die Staatsanwaltschaft in Leipzig habe bereits seit dem Frühjahr 2017 in diesem Zusammenhang ermittelt.

          Die Wohnungsdurchsuchungen haben nach Angaben der Bundespolizei am Mittwoch um 7 Uhr begonnen. Die Beamten seien etwa in Leipzig, im sächsischen Eilenburg und in Hettstedt in Sachsen-Anhalt tätig. Zudem sollte es weitere Durchsuchungen in anderen Bundesländern geben. Konkrete Orte nannte der Sprecher zunächst aber nicht. Hunderte Beamte seien an den Razzien beteiligt.

          Gefälschte Eheurkunden aus Zypern

          Einem Bericht des MDR zufolge wurden insgesamt 27 Objekte durchsucht, auch solche in Stuttgart, Frankfurt, Chemnitz, Wurzen und Wuppertal. Demnach wird drei Hauptbeschuldigten vorgeworfen, im großen Stil indischen und pakistanischen Staatsangehörigen falsche oder gefälschte zypriotische Eheurkunden beschafft zu haben, die eine Heirat mit EU-Bürgern bestätigten. Die Dokumente sollen eine Einreise und den Aufenthalt in Deutschland ermöglicht haben. Außerdem sollen sie weitere Scheineheschließungen zwischen EU-Bürgern und Indern sowie Pakistanern in Dänemark organisiert haben. Das Verfahren richte sich gegen insgesamt 34 Beschuldigte.

          Laut Bundesinnenministerium gibt es jährlich in Deutschland mehrere Hundert Verdachtsfälle von Scheinehen, berichtet der MDR weiter. Allein im vergangenen Jahr registrierten die Behörden demnach 401 Fälle, in denen durch eine Ehe ein Visum, eine Aufenthaltserlaubnis oder eine Niederlassungsbefugnis erschlichen werden sollte. Insgesamt seien 624 Tatverdächtige aktenkundig geworden, unter ihnen 448 Ausländer.

          Weitere Themen

          Das Lachen des Landesvaters

          Laschet und die Flut : Das Lachen des Landesvaters

          Als das Wasser kam, wollte der Kanzlerkandidat der Union helfen, zuhören – und vielleicht auch Wahlkampf treiben. Dann wuchs der Druck und alles kam anders.

          Topmeldungen

          Am 17. Juli in Erftstadt: Armin Laschet ist lachend zu sehen, während Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ein Pressestatement gibt.

          Laschet und die Flut : Das Lachen des Landesvaters

          Als das Wasser kam, wollte der Kanzlerkandidat der Union helfen, zuhören – und vielleicht auch Wahlkampf treiben. Dann wuchs der Druck und alles kam anders.
          In der Kindheit sollte man lernen, mit Geld umzugehen – das Konzept Taschengeld kann dabei helfen.

          Die Vermögensfrage : Die Kinder und das liebe Geld

          Jedes Kind hat im Laufe seiner Jugend den Wunsch, etwas zu kaufen, mit dem die Eltern nicht einverstanden sind. Dafür gibt es Taschengeld. Außerdem ist es eine sehr gute erste Möglichkeit, den Umgang mit Geld zu lernen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.