https://www.faz.net/-gpf-9lsuy

Unterstützung der Hamas : Razzien gegen Islamisten in neun Bundesländern

  • Aktualisiert am

Hamas-Unterstützer im August 2014 in Berlin Bild: Reuters

Ein Islamisten-Netzwerk unterstütze die radikalislamische Palästinensergruppe Hamas „finanziell und propagandistisch“, heißt es aus dem Innenministerium. Das sei gegen die Werte des Grundgesetzes, so Minister Seehofer.

          1 Min.

          Die Polizei hat am Mittwochmorgen in neun Bundesländern Razzien gegen ein mutmaßliches deutschlandweit aktives Islamisten-Netzwerk gestartet. Hintergrund ist der Verdacht, dass das Netzwerk die radikalislamische Palästinensergruppe Hamas „finanziell und propagandistisch“ unterstütze, teilte das Bundesinnenministerium in Berlin mit. Rund 90 Objekte würden durchsucht. An der Spitze des Netzwerks stünden die in Nordrhein-Westfalen ansässigen Vereine WWR Help und Ansaar International.

          „Wer unter dem Deckmantel humanitärer Hilfe die Hamas unterstützt, missachtet fundamentale Wertentscheidungen unserer Verfassung“, erklärte Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU). „Dadurch wird auch das Engagement der vielen Hilfsorganisationen diskreditiert, die sich unter schwierigen Rahmenbedingungen zur Neutralität verpflichtet haben.“

          Dem Innenministerium zufolge besteht der dringende Verdacht, dass sich das Netzwerk gegen den Gedanken der Völkerverständigung gemäß dem Grundgesetz richte. Die beteiligten Organisationen seien nach aktuellem Ermittlungsstand dem „extremistischen Milieu zuzurechnen“.

          Die Razzien hätten am Morgen gegen 06.00 Uhr begonnen. Beteiligt seien Polizeibehörden in Baden-Württemberg, Bayern, Berlin, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein sowie die beim Landeskriminalamt Nordrhein-Westfalen ansässige Task Force der Steuerfahndung NRW.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          EDF-Reaktor in Dampierre-en-Burly

          Frankreichs Atomkonzern EDF : Zehn von 56 Reaktoren stehen still

          Für EDF folgt derzeit ein Tiefschlag dem nächsten. Die technischen Probleme an den Atomkraftwerken ziehen immer größere Kreise – und auch eine vollständige Verstaatlichung steht wieder zur Debatte.