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Rassismus in der Polizei : Verbotenes Bauchgefühl

Kontrollen am Brennpunkt: Polizisten durchsuchen zwei Männer am Görlitzer Park in Berlin. Bild: dpa

Racial Profiling ist verboten, in der Polizeiausbildung bekämpft man es. Wieso findet es trotzdem seinen Weg in manche Reviere und auf die Straße?

          6 Min.

          Wenn es um Racial Profiling geht, reagiert die Polizei angespannt. Es ist verboten, Menschen allein aufgrund von äußeren Merkmalen zu kontrollieren, das widerspricht dem Grundgesetz. Lange hieß es, wenn man bei der Polizei nach Racial Profiling fragte, es sei eben verboten und werde deshalb auch nicht angewandt. Doch besonders Menschen, denen man ihre Migrationsgeschichte ansieht, berichten, dass sie viel häufiger kontrolliert werden. Ein Mann, der achtmal in einem Jahr mit dem Zug nach München fuhr, wurde sechsmal von Beamten gebeten, sich auszuweisen.

          Timo Steppat

          Redakteur in der Politik.

          Eine ärgerliche Kleinigkeit, sagen manche Polizisten. Für andere entsteht der Eindruck, der deutsche Staat misstraue bestimmten Bevölkerungsgruppen grundsätzlich. Ob es sich um einige medial diskutierte Fälle handelt oder um ein häufig auftretendes Problem, lässt sich nur schwer bewerten. Es fehlt eine belastbare Datengrundlage. Eine Studie zum Thema Rassismus innerhalb der Polizei, welche die Europäische Kommission gegen Rassismus und Intoleranz angeregt hatte, will das Bundesinnenministerium erst einmal nicht durchführen lassen.

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