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Ramelow über Corona-Schulden : „Das verwundert mich alles sehr“

Bodo Ramelow Bild: dpa

Im F.A.Z.-Interview kritisiert Thüringens Ministerpräsident die übermäßige Schuldenaufnahme der anderen Länder. Es wundere ihn sehr, dass viele seiner Amtskollegen, die bisher Verfechter der ‚Schwarzen Null‘ waren, nun „die Zauberkünstler im Geldausgeben“ seien.

          6 Min.

          Herr Ministerpräsident, welche Folgen hat Corona in Thüringen?

          Stefan Locke

          Korrespondent für Sachsen und Thüringen mit Sitz in Dresden.

          Die Verwerfungen, die wir in Thüringen und Deutschland durch Corona haben, werden noch in Jahrzehnten sichtbar sein. Tatsächlich können wir noch gar nicht abschätzen, was sich alles verändern oder was vielleicht auch im Positiven schneller vorangetrieben wird.

          Ihre Regierung hat mehr als eine Milliarde Euro zur Krisenbewältigung zur Verfügung gestellt. Reicht das aus?

          Erstmal wissen wir noch gar nicht, was überhaupt notwendig ist. Wir haben jetzt 1,26 Milliarden zur Verfügung gestellt, um damit eine Hebelwirkung zu erzielen und die 700 Millionen Euro aus Bundesmitteln zu verstärken. Wir haben alle Rücklagen mobilisiert, die wir haben. Das wurde alles während meiner Amtszeit gespart, und zusätzlich haben wir noch 1,1 Milliarden Euro Schulden abbezahlt. Das war der größte Vermögensaufbau und der größte Schuldenabbau, den es jemals in Thüringen gegeben hat.

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