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Linkspartei : Ramelow kritisiert Kurs der eigenen Partei

  • Aktualisiert am

Bodo Ramelow sieht den Kurs seiner Partei verwässert. Bild: dpa

Thüringens Ministerpräsident Ramelow hat scharfe Kritik an seiner eigenen Partei geäußert. Einige versuchten, „die Tonlage der AfD zu imitieren“, sagte er in Richtung der Fraktionsvorsitzenden Wagenknecht.

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          Angesichts des Anstiegs der Umfragewerte der rechtspopulistischen Alternative für Deutschland (AfD) hat Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) scharfe Kritik am Kurs seiner Partei geäußert. „Wir müssen endlich die Ängste der Menschen ernst nehmen und uns mit ihnen auseinandersetzen, statt sie zu bekämpfen“, sagte Ramelow der „Thüringer Allgemeinen“ (Samstagsausgabe). Dies tue die Linke nicht ausreichend.

          Der Thüringer Regierungschef kritisierte Vertreter seiner Partei, die versuchten, „die Tonlage der AfD zu imitieren“. Dabei griff er auch die Bundestagsfraktionsvorsitzende Sahra Wagenknecht an. „Nicht durch das noch schrillere Beschreiben lösen wir die Probleme, sondern durch gelingende Integration“, mahnte Ramelow. Wagenknecht hatte kritisiert, die Linke habe sich für den Flüchtlingskurs der Regierung „mitverhaften lassen“. Schon vor den Landtagswahlen im März hatte sie von „Kapazitätsgrenzen und Grenzen der Aufnahmebereitschaft der Bevölkerung“ gesprochen. Daraufhin hatten sie ihr Vorgänger Gregor Gysi und Bundesparteichefin Katja Kipping für die Stimmenverluste der Partei mitverantwortlich gemacht.

          AfD liegt im Osten erstmals vor den Linken

          „Sich nur als Opposition gegen alle anderen zu definieren, reicht nicht. Das macht schon die AfD“, kritisierte Ramelow. Er könne bei seiner Partei „kein Profil“ erkennen, sondern nur „viele Konzepte“. „Vor zehn Jahre wusste man noch: Die Linke, das ist die Hoffnung, dass es auch anders geht.“ Nun gebe es die Wahrnehmung, dass die Partei zum Establishment gehöre.

          Laut der aktuellen Umfrage des ZDF-Politbarometers liegt die AfD in Ostdeutschland mit 19 Prozent erstmals vor der Linken (17 Prozent) und der SPD (18 Prozent). Bundesweit würde die Linke bei einer Bundestagswahl nur noch 7 Prozent erreichen, die AfD hingegen 12 Prozent.

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