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Ralf Höcker : Sprecher der Werteunion tritt wegen Drohungen zurück

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

Der Kölner Rechtsanwalt beklagt auf Facebook „unmissverständliche“ Drohungen. Deshalb ziehe er sich aus der Werteunion zurück. Die konservative Gruppierung steht derzeit auch in der Union massiv in der Kritik.

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          Der Bundessprecher der konservativen Werteunion, Ralf Höcker, legt wegen Bedrohungen alle seine politischen Ämter nieder. „Mir wurde vor zwei Stunden auf denkbar krasse Weise klar gemacht, dass ich mein politisches Engagement sofort beenden muss, wenn ich keine ‚Konsequenzen‘ befürchten will“, schrieb der Kölner Rechtsanwalt am Donnerstag auf Facebook. „Die Ansage war glaubhaft und unmissverständlich. Ich beuge mich dem Druck und lege mit sofortiger Wirkung alle meine politischen Ämter nieder und erkläre den Austritt aus sämtlichen politischen Organisationen.“

          Der Vorsitzende der Werteunion, Alexander Mitsch, bestätigte der Deutschen Presse-Agentur den Rücktritt. „Ich kann nachvollziehen, dass er unter dem Druck nicht mehr weitermachen möchte und bedauere und verurteile zutiefst, dass solche Dinge in Deutschland möglich sind“, sagte Mitsch. Zuvor hatte der Deutschlandfunk über Höckers Rücktritt berichtet.

          Die Werteunion sieht sich als Vertretung der konservativen Strömung in der Union, ist aber keine offizielle Parteigliederung. Nach Angaben Mitschs hat sie rund 4400 Mitglieder. Die Werteunion steht zurzeit auch in der Union massiv in der Kritik. Ihr wird Nähe zur AfD vorgeworfen. Die Diskussion war durch das Debakel bei der Ministerpräsidenten-Wahl in Thüringen befeuert worden. Die Strömung, die als Verein organisiert und keine offizielle Parteigliederung der CDU ist, hatte die Wahl des inzwischen zurückgetretenen FDP-Politikers Thomas Kemmerich begrüßt, die durch die Stimmen der AfD ermöglicht worden war.

          Zudem hatte der Vorsitzende Mitsch selbst bekanntgemacht, dass er 2014 an die AfD 20 Euro gespendet hatte, damals noch unter dem Euro-Kritiker Bernd Lucke auf dem Parteivorsitz, und 2016, nach dessen Austritt, noch einmal 100 Euro. Er habe damals aus Verzweiflung über den Zustand der CDU sogar zeitweise überlegt, der AfD beizutreten.

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