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Stelle als Hauptkommissar : Chef der Polizeigewerkschaft soll ohne Arbeitsleistung bezahlt worden sein

  • Aktualisiert am

Rainer Wendt, Bundesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPoIG) Bild: dpa

Der Vorsitzende der Polizeigewerkschaft Wendt soll angeblich Sold bekommen haben, obwohl er schon lange nicht mehr als Kommissar arbeitet. Einen SPD-Politiker könnte das in Schwierigkeiten bringen.

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          Der Bundesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, will auf eigenen Wunsch vorzeitig aus dem Polizeidienst ausscheiden. Kurz zuvor habe er gegenüber „Report München“ eingeräumt, dass er eine Besoldung als Hauptkommissar bekomme, obwohl er diese Tätigkeit gar nicht ausführe, so berichtet es das ARD-Politikmagazin.

          Wendt habe demnach außerdem zugegeben, dass er in einem vorangegangenen Interview „nicht die ganze Wahrheit„ gesagt habe. Der Gewerkschaftschef habe nämlich zunächst gegenüber „Report München„ explizit verneint, dass er auch vom Land Nordrhein-Westfalen als Polizist bezahlt werde. Vielmehr habe er versichert, dass er sein Gehalt von der Gewerkschaft bekomme. Direkt nach dem Interview habe Wendt dann um ein weiteres Interview mit „Report München“ gebeten. In diesem soll sich der Gewerkschaftschef für die Aussage zu seiner Besoldung entschuldigt haben. Er habe damit den nordrhein-westfälischen Innenminister Ralf Jäger (SPD) schützen wollen.

          Schon seit mehr als zehn Jahren praktiziert

          Der SPD-Politiker Jäger habe sich laut „Report München“ dazu nicht äußern wollen. Sein Sprecher habe auf eine Praxis verwiesen, die zur Förderung der Gewerkschaftsarbeit in Nordrhein-Westfalen schon seit mehr als zehn Jahren praktiziert werde. Nach den Worten von Gewerkschaftschef Wendt sollte durch seine Besoldung die Deutsche Polizeigewerkschaft unterstützt werden, da diese bei den Personalratswahlen nicht genug Stimmen bekommen hatte, um eine Freistellung von Personalräten zu erreichen.

          Wendt wurde 2010 vom Polizeipräsidium Mönchengladbach ins Landesamt für polizeiliche Dienste in Duisburg versetzt und dort zum Hauptkommissar befördert. Der Beamte habe nach eigenen Angaben eine Teilzeitstelle auf der Basis von 28 Wochenstunden. „Natürlich arbeite ich dort nicht aktiv“, habe Wendt im Interview mit „Report München“ gesagt.

          Stattdessen widmete er sich seiner Tätigkeit für die Deutsche Polizeigewerkschaft mit Sitz in Berlin, deren Bundesvorsitzender er seit 2007 ist und die ihm eine Aufwandsentschädigung bezahlt. Nach Wendts Angaben waren sowohl der aktuelle NRW-Innenminister Jäger als auch dessen Vorgänger Ingo Wolf (FDP) über den Vorgang informiert. Wenige Tage nachdem Wendt im Interview mit „Report München“ seine Besoldung durch das Land Nordrhein-Westfalen öffentlich eingeräumt hatte, beantragte er seine vorzeitige Pensionierung. Seinen Posten als Vorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft will er aber weiter ausüben.

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