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Konservative Christen : Die Radikalen

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Konzertierte Aktionen der radikalen Christen

Beverfoerde war, bis von Storch diese Position im Oktober 2015 von ihr übernahm, Sprecherin der „Initiative Familienschutz“, deren Träger der Verein „Zivile Koalition“ ist. Der Vorstand dieses Vereins besteht aus Beatrix von Storch und ihrem Ehemann Sven von Storch. Bis März 2015 war die „Initiative Familienschutz“ Veranstalter der „Demo für Alle“ in Stuttgart - da geht es gegen die Frühsexualisierung von Schulkindern und die „Ehe für alle“. Inzwischen wurde die Organisation der „Demo für Alle“ zwar rechtlich von der „Initiative Familienschutz“ getrennt, jedoch tritt die Initiative weiterhin öffentlich als Unterstützerin der Stuttgarter Versammlungen auf. Beverfoerde gehört außerdem dem Redaktionsbeirat des Blogs „Freie Welt“ an, einer Art Hofberichterstattungsorgan für die AfD, dessen Herausgeber Sven von Storch ist. Die Facebook-Seite Beverfoerdes wirkt bisweilen wie ein Forum zugunsten von Beatrix von Storch. Zwischen Anfang 2014 und Ende 2015 finden sich diverse Einträge in diesem Sinne, darunter Videos mit der AfD-Europaabgeordneten sowie begeisterte Äußerungen wie: „Hammer-Bericht über den Gender-Ausschuss (!) vom Ausschussmitglied Beatrix von Storch !!!“, „Beatrix von Storch voll in Fahrt“, „Go, Beatrix, GO!!“ oder „Danke, Beatrix“. Ihr Kalkül offenbarte Beverfoerde beim Kongress „Freude am Glauben“ des Forums deutscher Katholiken im Mai 2015. Abgeordnete bürgerlicher Parteien ließen sich von Protest beeindrucken, wenn er in Form von Briefen, Anrufen in Abgeordnetenbüros oder Sammelpetitionen nur laut genug und konzertiert vorgetragen werde, sagte sie. Regelmäßig rufen die radikalen Christen per Rundmail zum Protest auf. Oftmals werden die Textbausteine gleich mitgeliefert. Diejenigen, die noch Mitglied der CDU sind, nutzen die AfD überdies als Drohkulisse, um ihre Ziele zu erreichen. So behauptete die von Mechthild Löhr angeführte Gruppierung „Christdemokraten für das Leben“, die CDU bevorzuge Schwule und Lesben gegenüber den Lebensschützern. Sie beschwerte sich bei Generalsekretär Peter Tauber darüber, dass die „Christdemokraten für das Leben“ nicht in den drei Zukunftskommissionen der Partei vertreten seien. Drohend fügte Löhr hinzu: „Einige von uns sind auch schon zur AfD gegangen.“

Martina Kempf, Mitglied des Bundesvorstands der Vereinigung „Christen in der AfD“, bekannte Anfang Dezember in einem Leserbrief an die katholische „Tagespost“ freimütig, die „Christdemokraten für das Leben“ in Baden-Württemberg und „AfD-Christen“ hätten „in enger Zusammenarbeit“ durch eine Demonstration die „Schließung der landesgrößten Abtreibungsklinik erreicht“. Kempf zählt zu den Mitgründern des AfD-nahen christlichen „Pforzheimer Kreises“, der im Dezember 2014 forderte, dass „Christen aller Konfessionen bei Pegida mitmachen“ müssten.

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