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Public Corporate Governance : Gemeinwohl gehört nicht einer Clique

Betretene Mienen, wenn die Vetternwirtschaft überhand nimmt: der Präsident und der Vorstandsvorsitzender der Arbeiterwohlfahrt (Awo), Wilhelm Schmidt und Wolfgang Stadler (rechts), im Dezember in Frankfurt/M. Bild: dpa

Wohlfahrtsverbände und öffentliche Unternehmen sind keine Selbstbedienungsläden. Alle öffentlichen Unternehmen sollten gemeinsamen Regeln folgen.

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          Vetternwirtschaft ist nicht verboten. Einen solchen Straftatbestand gibt es jedenfalls nicht. Sie ist sogar verbreitet und üblich – wenn man darunter die Vermittlung von Tätigkeiten an Verwandte, Freunde oder Bekannte versteht. In der Wirtschaft wie in der Politik kommen Posten und Aufträge auch durch Bekanntschaften zustande. Das mag ein „Geschmäckle“ haben, kann auch angeprangert werden, es kann aber im Einzelfall auch eine gute Lösung für die Beteiligten und sogar für die Firma oder das Gemeinwohl sein.

          Gerade in der Politik ist die mehr oder weniger diskrete Vermittlung einer Anschlussverwendung nicht unüblich. Auf dem großen Feld der Unternehmen, die zum Teil oder ganz staatlich sind, gibt es viele Posten zu vergeben. Hier sind erfahrene Kräfte gefragt – aber natürlich gelten solche Stellen auch als Lohn für eine lange Parteikarriere oder als Quereinstieg für aus dem Amt geschiedene Minister, Staatssekretäre oder Parlamentarier. Wobei auch Abgeordnete und Spitzenbeamte ja keinesfalls übel alimentiert werden.

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