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Psychisch gestörte Täter : Neben dem Radar

  • -Aktualisiert am

Psychisch gestörte Einzeltäter schon vor einem Verbrechen als Gefahr einzustufen, ist für die Polizei äußerst schwierig. Bild: dpa

Islamistische Verbrechen sollen mithilfe eines Analysesystems verhindert werden. Doch Rechtsextremisten oder psychisch gestörte Einzeltäter stellen die Sicherheitsbehörden vor Probleme – deren Verbrechen vorherzusehen, ist oft nicht möglich.

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          Seit einiger Zeit kategorisieren die Sicherheitsbehörden die mutmaßliche Gefährlichkeit von dschihadistischen Salafisten mit Hilfe des Analysesystems „Radar-iTE“. Dabei handelt es sich nicht um ein Computerprogramm, sondern um einen Katalog mit Dutzenden standardisierten Fragen. Am Ende der Analyse steht die Einordnung in eine von drei Kategorien: „moderates Risiko“, „auffälliges Risiko“ und „hohes Risiko“. So versuchen die Sicherheitsbehörden herauszufinden, welche der Gefährder ganz besonders eng überwacht werden müssen.

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Nach dem Mord an dem Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke und anderen rechtsterroristischen Anschlägen soll „Radar-iTE“ nun schrittweise bei der Einschätzung von Rechtsextremisten eingesetzt werden. Dafür muss das System allerdings modifiziert werden. Als Holger Münch, der Präsident des Bundeskriminalamts, das Mitte Dezember ankündigte, machte er zugleich deutlich, dass ein „Radar“ für Rechtsextreme in vielen Fällen nicht helfen wird. Denn die Hälfte der rechtsextremen Täter sei vor ihrer Tat nicht polizeibekannt gewesen. Deshalb sollen nun auch Strukturermittlungen noch einmal intensiviert werden, um Netze und Personenbeziehungen besser erkennen zu können.

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