https://www.faz.net/-gpf-a64ht
Bildbeschreibung einblenden

Prozess zu G-20-Krawallen : Schuldig durch Mitmarschieren?

Krawall ohne Ende: Im Hamburger Schanzenvierteil während des G-20-Gipfels im Juli 2017 Bild: dpa

Die Folgen der G-20-Krawalle bewegen Hamburg auch nach drei Jahren noch. Ein neuer Prozess wirft jetzt die Frage auf: Ab wann machen sich Demonstranten des Landfriedensbruchs schuldig?

          3 Min.

          Kurz nach 6 Uhr zog die Gruppe von bis zu 200 Gegnern des G-20-Gipfels los. Es war der 7. Juli 2017, der erste Tag des Gipfels in Hamburg. Die Gruppe verließ das Protest-Camp im Volkspark und zog durch ein Gewerbegebiet. Laut Staatsanwaltschaft sollen sie „weitgehend einheitlich“ dunkel gekleidet und vermummt gewesen sein. Steine von einer Baustelle sollen sie zerkleinert haben. Dann gingen sie weiter bis zu der Straße Rondenbarg. Nachdem sie bereits zuvor eine Polizeieinheit aus Schleswig-Holstein passiert und mit Steinen beworfen haben sollen, trafen sie auf eine Einheit der Bundespolizei. Wieder flogen Steine und Pyrotechnik auf die Beamten. Ein Video des Einsatzes zeigt die Szene. Die Beamten griffen zu, die Gipfel-Gegner versuchten zu fliehen. Ein Zaun krachte unter der Last mehrerer Aktivisten zusammen, einige verletzten sich. 59 Personen wurden festgenommen, die Polizei fand Stahlseile, Steine, Pyrotechnik und Brandbeschleunigerspray bei ihnen.

          Matthias Wyssuwa

          Politischer Korrespondent für Norddeutschland und Skandinavien mit Sitz in Hamburg.

          Mehr als drei Jahre ist der G-20-Gipfel her, und noch immer beschäftigen die Proteste Hamburg. Zwei Straßennamen waren dabei stets zentral. Zum einen die Elbchaussee, in der ein Mob minutenlang ungehindert randalieren konnte, es war ein Desaster für die Sicherheitskräfte. Zum anderen der Rondenbarg, wo der Zugriff bei der Polizei als Erfolg galt. Trotzdem erregte der Einsatz die Gemüter, die Verhältnismäßigkeit wurde angezweifelt, und manche wollten nicht einmal die fliegenden Steine im Video sehen. So wurde der Rondenbarg berühmt-berüchtigt in Hamburg. Mit Spannung wird daher nun ein Prozess zu dem Aufmarsch erwartet.

          Testen Sie unsere Angebote.
          Jetzt weiterlesen

          Testen Sie unsere Angebote.
          F.A.Z. PLUS:

            FAZ.NET komplett

          F.A.Z. PLUS:

            Sonntagszeitung plus

          Diese und viele weitere Artikel lesen Sie mit F+

          Der russische Oppositionspolitiker Alexej Nawalnyj wird am Montag aus einer Polizeistation nahe Moskau gebracht.

          Enthüllung über Putin : Nawalnyjs nächster Paukenschlag

          Kaum hat der Kreml Alexej Nawalnyj nach dessen Rückkehr weggesperrt, kommt von den Mitstreitern des Oppositionspolitikers eine neue Korruptionsenthüllung. Erstmals geht es um Präsident Wladimir Putin persönlich.
          „Make America great again“ war in erster Linie eine Kampfansage an andere Nationen.

          Amerikanische Außenpolitik : Trumps Vakuum

          Der 45. Präsident hinterlässt in den Vereinigten Staaten einen Trümmerhaufen. Die Weltpolitik war widerstandsfähiger.
          Susanne Eisenmann mit Friedrich Merz im September in Murrhardt

          Südwest-CDU : Die Merz-Fans müssen sich mit Laschet arrangieren

          Die CDU in Baden-Württemberg wollte Friedrich Merz als Parteichef. Es wurde Armin Laschet. Für die Spitzenkandidatin im Südwesten, Susanne Eisenmann, ist das Ergebnis die zweite Niederlage binnen weniger Tage.