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Prozess in Bonn : Salafist gesteht Messerattacke auf Polizisten

  • Aktualisiert am

„Wer den Propheten Mohammed beleidigt, muss bestraft werden“: Der radikale Salafist Murat K. vor Gericht. Bild: dapd

Der Salafist Murat K. hat gestanden, zwei Polizisten mit einem Messer schwer verletzt zu haben. Im Mai waren in Bonn 29 Polizisten während einer Demonstration gegen eine Kundgebung der rechtsextremen Gruppe „Pro NRW“ verletzt worden.

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          Rund fünf Monate nach einer Messerattacke auf zwei Polizeibeamte während einer Demonstration in Bonn hat am Landgericht der Prozess gegen einen mutmaßlichen Salafisten aus Hessen begonnen. Der 26 Jahre alte türkische Staatsbürger Murat K. gab am Mittwoch zu, eine Polizistin und ihren Kollegen mit mehreren Messerstichen in die Oberschenkel schwer verletzt zu haben.

          Der Angeklagte bereute seine Tat nicht, sondern rechtfertigte sie mit der Lehre des Islam. „Gelehrte sagen, wer den Propheten Mohammed beleidige, verdiene den Tod“, äußerte er. K. hatte die beiden Polizisten während einer Demonstration gegen eine Kundgebung angegriffen, auf der Mitglieder der rechtsextremen Splittergruppe „Pro NRW“ Mohammed-Karikaturen gezeigt hatten. Die Polizisten hätten diese Aktion geschützt, sagte K. „Sie haben sich in die Sache verwickelt“.

          „Tötungsvorsatz nicht hinreichend sicher“

          Bei den Ausschreitungen vor der Bonner König-Fahd-Akademie waren insgesamt 29 Beamte verletzt worden; 109 Personen wurden vorläufig festgenommen. Die Staatsanwaltschaft wirft K. gefährliche Körperverletzung, Landfriedensbruch im besonders schweren Fall und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte im besonders schweren Fall vor. Gegen K. war zunächst wegen versuchten Mordes ermittelt worden.

          Laut Staatsanwaltschaft ließ sich dieser Verdacht aber nicht belegen, da K. der Tötungsvorsatz „nicht hinreichend sicher“ nachgewiesen werden konnte. K. ist der erste mutmaßliche Salafist, dem nach den Ausschreitungen der Prozess gemacht wird.

          Erst kürzlich war bekannt geworden, dass die Zahl der Salafisten in Nordrhein-Westfalen in den vergangenen Monaten sprunghaft gestiegen ist. Anfang September sagte der Leiter des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes, Burkhard Freier im Innenausschuss des Landtags, je intensiver die islamistische Szene von den Sicherheitsbehörden beobachtet werde, desto mehr Anhänger des Salafismus würden registriert. Während im aktuellen Verfassungsschutzbericht noch von 500 Salafisten die Rede ist, rechnet der Verfassungsschutz nun damit, dass es in Nordrhein-Westfalen 1000 Salafisten gibt.

          Salafisten

          Der Salafismus ist eine religiöse und politische Bewegung des Islam. Die Salafisten sehen in einer „islamischen Ordnung“ mit islamischer Rechtsprechung (Scharia) die einzig legitime Staats- und Gesellschaftsform. In Deutschland zählen die Salafisten knapp 4000 Anhänger. Teile der Bewegung stehen beim Verfassungsschutz im Verdacht, ein Sammelbecken für gewaltbereiten Islamismus zu sein und Verbindungen zu Terrornetzwerken zu pflegen. Die terroristische Sauerland-Gruppe stand unter salafistischem Einfluss.

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