Linksextremer Überfall :
Er hatte die falsche Mütze auf

Von Stefan Locke, Dresden
Lesezeit: 3 Min.
Lina E. im Jahr 2020 auf dem Weg zum BGH in Karlsruhe.
Zwei Jahre lang machten Linksextreme in Leipzig Jagd auf Rechtsextreme – und solche, die sie dafür hielten. Die Bundesanwaltschaft fordert für „Rädelsführerin“ Lina E. nun acht Jahre Gefängnis.

Es gibt diesen einen Überfall im Januar 2019 auf einen Kanalarbeiter in Leipzig, den die Bundesanwaltschaft in ihrem Plädoyer am Mittwoch vor dem Oberlandesgericht Dresden hervorhebt. Die Tat sei „herausragend im schlechtesten Sinne“, die physischen und psychischen Folgen für das Opfer seien verheerend. Der Mann habe einen mehrfachen Schädelbruch erlitten und bis heute eine Metallplatte in der rechten Gesichtshälfte, damit die Augenhöhle nicht herunterrutsche. Zudem müsse er täglich Schmerzmittel nehmen und habe obendrein seine Arbeit verloren – und das nur, weil er „eine falsche Mütze“ aufhatte. Diese Mütze mit einem Logo einer bei Rechtsextremen beliebten Kleidungsmarke wurde dem Mann, der damals seinen ersten Tag in der Firma hatte, zum Verhängnis.

Zugang zu allen FAZ+ Beiträgen
11,80 € jetzt nur 0,99 €

Jetzt Zugang 11,80 € für nur 0,99 € abonnieren?

  • Mit einem Klick online kündbar