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Prozess gegen Franco A. : Rechercheur oder Terrorist?

Franco A. und sein Verteidiger Johannes Hock am 25. Mai im Oberlandesgericht Frankfurt Bild: Lucas Bäuml

Warum hielt Franco A. die Identität als Flüchtling über 15 Monate aufrecht, wenn es ihm angeblich nur um die Aufdeckung von Missständen ging ? Im Prozess vor dem Oberlandesgericht Frankfurt hat er zwar viel gesagt – aber die zentralen Fragen bleiben offen.

          7 Min.

          Am Ende dieses Prozesstages wird der Mann, der oft auch dann spricht, wenn ihn niemand etwas fragt, plötzlich sehr still. Franco A. sitzt blass und in sich zusammengesunken hinter der Anklagebank. Auf der Leinwand im Oberlandesgericht Frankfurt ist eine der Listen zu sehen, die er einst verfasst hatte. „Zentralrat der Juden“ und „Zentralrat der Muslime“, steht unter anderem darauf, weiterhin: „Handgranate“, „Sprengung des Rothschildsteins“ in Frankfurt sowie „Zerhetzung“ der deutsch-türkischen Rockergruppe Osmanen Germania. Ob das eine Todesliste sei, fragt der Vorsitzende Richter. A. schweigt lange, blinzelt, schaut auf die Liste. Nein, antwortet er schließlich, das sei eine „Rechercheliste“.

          Alexander Haneke
          Redakteur in der Politik.
          Julian Staib
          Politischer Korrespondent für Hessen, Rheinland-Pfalz und das Saarland mit Sitz in Wiesbaden.

          Im Prozess gegen den Bundeswehroffizier A. vor dem Oberlandesgericht Frankfurt wirkte die Anklage bisher zuweilen recht konstruiert. Die Bundesanwaltschaft wirft A. vor, Anschläge gegen Personen des öffentlichen Lebens geplant zu haben. Dafür soll er Waffen beschafft und versteckt haben. Die Taten habe er einem syrischen Flüchtling in die Schuhe schieben wollen, als der er sich über 15 Monate ausgab. Am Dienstag aber wirken die Vorwürfe erstmals schlüssig.

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