Soldat Franco A. vor Gericht :
15 Monate eines irrwitzigen Doppellebens

Von Julian Staib, Frankfurt
Lesezeit: 7 Min.
Franco A.
Soldat Franco A., der sich als Flüchtling ausgab und einen Anschlag geplant haben soll, inszeniert sich zum Prozessauftakt als treuer Staatsdiener. Seine Anwälte zerren die Asylpolitik der vergangenen Jahre vor Gericht.

Ob er Franco Hans A. sei, Deutscher, ledig, geboren im Januar 1988 in Offenbach? „Jawohl“, antwortet der Angeklagte auf die Fragen des Richters nach seinen Personalien. In brauner Weste hat A. auf der Anklagebank Platz genommen. Die Haare zu einem kurzen Zopf nach hinten gebunden, der Körper durchtrainiert, der Bart lang. Den Mundschutz legt er sofort an, als der Vorsitzende Richter ihn darum bittet. A. ist Bundeswehrsoldat, immer noch. Als treuer Diener dieses Staates, auf den er einen Eid geschworen hat, so präsentiert er sich am ersten Prozesstag vor dem Strafsenat des Frankfurter Oberlandesgerichts, und so stellt ihn auch seine Verteidigung dar.

Zugang zu allen FAZ+ Beiträgen
11,80 € jetzt nur 0,99 €

Jetzt Zugang 11,80 € für nur 0,99 € abonnieren?

  • Mit einem Klick online kündbar