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Protest gegen „Diffamierung“ : AfD-Mitglieder wollen Medien boykottieren

  • -Aktualisiert am

Konrad Adam, Bundessprecher der AfD (links, mit dem Vorsitzenden Bernd Lucke), geht auf Distanz zum Boykottaufruf: „Ob man will oder nicht, Medien sind Partner der AfD“ Bild: dpa

Mit der Kündigung ihrer Zeitungsabonnements wollen AfD-Mitglieder gegen die als unfair empfundene Berichterstattung über ihre Partei in den Medien vorgehen. Ein Flugblatt veröffentlichte der Kreisverband Marburg-Biedenkopf.

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          Eine Gruppe von Mitgliedern der „Alternative für Deutschland“ (AfD) hat die Mitglieder und Wähler der Partei dazu aufgefordert, ihre Zeitungsabonnements zu kündigen. Die AfD werde „kontinuierlich in allen Medien diffamiert“, heißt es in einem Flugblatt, das vom AfD-Kreisverband Marburg-Biedenkopf veröffentlicht wurde und seit einigen Tagen in den sozialen Netzwerken Facebook und Twitter kursiert. Um gegen die Berichterstattung „vorzugehen“, fordere man Sympathisanten der Partei auf, „aus Protest hiergegen Ihre Abos mit sofortiger Wirkung zu kündigen und dies so lange aufrecht zu erhalten, bis die Medien endlich zu einer fairen und anständigen Umgangsweise zurückkehren“.

          Das dadurch eingesparte Geld könnten Sympathisanten der Partei dann „ggf. Ihrem AfD-Kreisverband spenden“. Der Aufruf sei keine „offizielle“ Aktion des Kreisverbandes Marburg-Biedenkopf, sagte dessen Sprecher Hadi Riedel der F.A.Z. Es handele sich vielmehr um eine Aktion einiger Parteimitglieder, die damit aufzeigen wollten, „dass die AfD einen solchen Aufruf auch offiziell und bundesweit durchführen könnte“. In vielen Landes- und Kreisverbänden sei über „solche Wünsche und Anregungen“ bereits diskutiert worden.

          Adam: „Nicht hilfreich“

          Riedel sagte weiter, ihm sei bekannt, dass „zahlreiche Mitglieder“ im Zuge dieser Diskussion schon ihre Abonnements gekündigt hätten und weitere dies noch tun wollten. In dem Aufruf beklagen die AfD-Mitglieder unter anderem, dass die medialen „Angriffe auf die AfD“ nach der Europawahl „noch massiver“ geworden seien.

          Der Bundesvorstand der AfD distanzierte sich auf Nachfrage von der Aktion. „Der Aufruf ist nicht hilfreich“, sagte Konrad Adam, Bundessprecher der AfD, dieser Zeitung; „allein schon, weil dadurch der Verdacht aufkommen könnte, dass die AfD die Meinungsfreiheit nicht respektiere“. Die Medien seien Partner der AfD, „ob wir das wollen oder nicht“.

          Es sei der Partei auch daran gelegen, sich mit den Zeitungen in ein erträgliches Verhältnis zu setzen. „Dazu gehört auch, dass man zur Kenntnis nimmt, was Journalisten dort schreiben.“ Ein ähnlicher Aufruf auf Bundesebene komme nicht in Frage. Adam sagte, er werde den Kreissprecher Riedel auffordern, den Aufruf zurückzuziehen und von den AfD-Seiten im Internet zu entfernen.

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