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Protest gegen Asylpolitik : Bamberger Domkapitular verlässt CSU „aus Gewissensgründen“

  • Aktualisiert am

Katholisches Bayern: Der Bamberger Dom. Bild: dpa

Die Position der CSU im Asylstreit mit der Kanzlerin verstört auch treue katholische Parteimitglieder in Bayern. Ein bekannter Geistlicher zog nun drastische Konsequenzen, die er öffentlich macht.

          Peter Wünsche, Bamberger Domkapitular, ist nach 44 Jahren aus der CSU ausgetreten. Aus Gewissensgründen könne er nicht mehr bleiben, schrieb der 64 Jahre alte katholische Geistliche auf Facebook. Obwohl er „nie ein politischer Prälat“ gewesen sei, könne er auch als passives Mitglied die derzeitige Linie „nicht mehr mittragen“. Zur Begründung verwies Wünsche auf die Flüchtlingspolitik.

          „Ein Wahlkampf als Wettbewerb in Asylverhinderung, diskriminierende Worte wie ’Asyltourismus’ und ’Asylwende’, die mutwillige Demontage der Kanzlerin, eine Politik, die Überfremdungsängste auf- statt abbaut: Das geht nicht mit meinem Wertesystem zusammen.“ Der Vater des Geistlichen, Paul Wünsche (1922-2016), war 22 Jahre CSU-Landtagsabgeordneter und zehn Jahre Stadtrat in Bamberg.

          In einem weiteren Facebook-Kommentar schreibt Peter Wünsche, sein Vater „wäre entsetzt über das Verhalten der derzeitigen CSU-Führung“. Die Partei verliere die bürgerliche Mitte, zu der auch er sich zähle. Er hoffe, dass sich die CSU „auf ihre christlichen und sozialen Wurzeln rückbesinnt“.

          Nicht mehr in der CSU: Austritt öffentlich dokumentiert

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