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Prostitution in Deutschland : Schluss mit dem Strich

Wegen des Corona-Kontaktverbots ist seit Mitte März jede Form von Prostitution verboten. Bild: www.plainpicture.com

Früher hieß es immer, Prostitution könne man nicht abschaffen. Aber in der Corona-Krise wurden auch Bordelle und Laufhäuser geschlossen. Und Politiker überlegen: Hat ein Verbot doch Sinn?

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          Wenn Nicole Schulze alle paar Tage in ihr Wohnmobil steigt und den Motor anlässt, damit die Batterie nicht schlappmacht, dauert es meist nur Minuten und der erste Stammkunde steht auf der Matte: „Toll, dass es wieder losgeht, toll, dass ich wieder zu dir darf.“ Schulze sagt den Männern dann, dass sie sich ganz schnell trollen sollen. „Wie stellen die sich das vor?“, zürnt die 40 Jahre alte Frau. „Wenn noch nicht einmal die Bordelle wieder aufhaben, wie kommen die Kerle dann auf die Idee, ich dürfte sie wieder empfangen?“

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Wegen des Corona-Kontaktverbots ist seit Mitte März auch jede Form von Prostitution verboten. Bordelle, Laufhäuser, Appartements, alles dicht. Und auch mit dem Straßenstrich ist seither Schluss. Zumindest offiziell. Nicole Schulze, die seit 16 Jahren unter anderem in Köln auf der Straße arbeitet, gehört zu den wenigen tausend Prostituierten in Deutschland, die ein Gewerbe angemeldet haben.

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