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Aussteigerprogramm : Raus aus dem Clan

Eine Razzia in einer Shisha-Bar in Bochum Bild: dpa

Nordrhein-Westfalen will den Ausstieg aus kriminellen Großfamilien erleichtern. Das Programm läuft gut an, doch die Erfahrungen lehren auch: Wer den Ausstieg wagt, wird meist brutal zurückgezwungen.

          3 Min.

          In Berichten über kriminelle türkisch-libanesische Großfamilien oder andere Clans fehlt selten die Klage, wie hilflos der deutsche Rechtsstaat agiere. Tatsächlich konnten wegen gravierender Versäumnisse bei der Integration und wegen falsch verstandener Toleranz vor allem in Bremen, Niedersachsen, Berlin und Nordrhein-Westfalen kriminelle Parallelstrukturen weitgehend ungehindert wachsen.

          Reiner Burger

          Politischer Korrespondent in Nordrhein-Westfalen.

          Es handelt sich um von archaischen Ehrvorstellungen durchdrungene Großfamilien. Sie sehen Deutschland als Beuteland, haben sich darauf spezialisiert, einerseits den Sozialstaat auszunehmen, andererseits Abermillionen mit Betrug, Raub, Erpressung, Rauschgifthandel und Geldwäsche zu verdienen.

          Der Kampf gegen Clan-Kriminalität ist eine Herkulesaufgabe. Doch mittlerweile haben Polizei und Justiz einige wichtige Erfolge erzielen können. In Nordrhein-Westfalen, wo Innenminister Herbert Reul von der CDU demnächst das zweite Lagebild zur Clan-Kriminalität vorstellen will, finden als wichtigster Bestandteil einer „Null-Toleranz-Strategie“ regelmäßig Razzien in Shishabars oder Barbershops statt, um die Clans zu verunsichern. Regelmäßig können nun auch größere Geldbeträge sichergestellt werden.

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