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Streit in der AfD : „Geschimpfe aus dem Dauerurlaub“

  • Aktualisiert am

Hans-Olaf Henkel, stellvertretender Sprecher der Partei „Alternative für Deutschland“ AfD im Januar in Hamburg. Bild: dpa

In einer neuen Volte des innerparteilichen Streits der AfD hat sich nun der Europaabgeordnete Marcus Pretzell in die Auseinandersetzung eingeschaltet. Er wirft seinem Kollegen Hans-Olaf Henkel mangelnde Arbeitsmoral vor.

          In der AfD-Führung gibt es Kritik an der Arbeitsmoral des Europa-Abgeordneten und früheren BDI-Präsidenten Hans-Olaf Henkel. Das berichtet die „Bild“-Zeitung. „Statt aus dem Dauerurlaub Frauke Petry zu beschimpfen, sollte Hans-Olaf Henkel sich lieber mal häufiger in Brüssel sehen lassen“, sagte der AfD-Europaabgeordnete Marcus Pretzell, der auch Landesvorsitzender der AfD in Nordrhein-Westfalen ist, der “Bild“.

          Tatsächlich nahm Henkel nach „Bild“-Recherchen an den regelmäßigen Sitzungen des Ausschusses für Industrie, Forschung und Energie, dessen Vizevorsitzender Henkel ist, in diesem Jahr nur ein Mal teil, nämlich am 9. März. Nach „Bild“-Informationen soll Henkel zudem nur an drei von sechs Präsenzsitzungen des Bundesvorstands teilgenommen haben. Zwischen dem 9. Oktober und dem 20. März habe sich Henkel überdies lediglich in eine von 16 Telefonkonferenzen des Bundesvorstands eingewählt.

          Henkel hatte sich am Dienstag via Internet in den AfD-Führungsstreit eingeschaltet und auf Facebook einen offenen Brief an die Vorstandsmitglieder Frauke Petry und Alexander Gauland veröffentlicht. Darin ging er diese für ihre zuvor geäußerte Kritik am Parteivorsitzenden Bernd Lucke scharf an. „Es ist nicht weiter hinnehmbar, dass Sie immer wieder versuchen, die Presse für Ihre innerparteilichen Zwecke und Machtspielchen zu instrumentalisieren“, schrieb Henkel, der Petry und Gauland zugleich riet, „sich bitte wieder verstärkt“ um ihre Landesverbände zu kümmern,  wo es „ganz offensichtlich genug zu tun“ gebe.

          Henkel war gestern für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

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