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Pränataldiagnostik : Leben und leben lassen

Der Schatten einer Mutter mit Kinderwagen und eines Kindes, das hinterherläuft, zeichnet sich auf dem schwarzen Asphalt in München ab (Archivbild). Bild: dpa

Monogenetische Erkrankungen werden bald weitgehend verschwunden sein. Damit wird sich der Blick auf Behinderungen verändern.

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          Es ist verführerisch, sich eine Welt vorzustellen, in der es Erkrankungen wie Mukoviszidose, Sichelzellenänämie oder Thalassoanämien nicht mehr gibt. Vielen Menschen würde ein lebenslanges, oft schweres körperliches Leid erspart, den Angehörigen die vielen, auch seelischen Lasten, die mit der Sorge für das Kind, die Schwester oder den Bruder einhergehen, nicht selten auch die Trauer über den frühen Tod.

          Ein nicht-invasiver vorgeburtlicher Gentest macht es nun möglich, gezielt nach den entsprechenden Erbanlagen zu fahnden. Was bislang weitgehend Schicksal war, könnte bald derselben Pragmatik unterliegen wie Trisomie 21. Schon jetzt werden neunzig Prozent aller Föten abgetrieben, bei denen die Wahrscheinlichkeit dieses Gendefekts hoch ist.

          Sobald der nicht-invasive „PraenaTest“ Kassenleistung ist, dürfte sich die Quote den hundert Prozent nähern. Dass auch andere monogenetische Erkrankungen weitgehend verschwinden werden, ist nur eine Frage der Zeit. Damit wird sich aber auch der Blick auf Behinderungen insgesamt verändern. Wer definiert, welches Leben lebenswert ist und welches nicht?

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

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