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Präimplantationsdiagnostik : Evangelische Kirche gegen Zulassung der PID

Der neue EKD-Vorsitzende Nikolaus Schneider hatte im Herbst angeregt, über eine eng begrenzte Zulassung der PID nachzudenken
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          Nach kontroversen Beratungen hat der Rat der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) am Dienstag seine Stellungnahme zur Präimplantationsdiagnostik (PID) vorgelegt. Darin spricht sich der Rat gegen eine Zulassung der PID aus. Zur Begründung heißt es, die mit der Methode einhergehende „Selektion zwischen lebenswertem und nicht lebenswertem Leben“ sei nicht mit dem christlichen Menschenbild vereinbar. In der Stellungnahme wird allerdings festgehalten, dass ein Teil des Rates die Zulassung der PID für Fälle verantwortbar hält, in denen „mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit der Embryo schon während der Schwangerschaft lebensunfähig ist“.

          Reinhard Bingener
          Politischer Korrespondent für Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und Bremen mit Sitz in Hannover.

          Bei der PID werden künstlich befruchtete Embryonen genetisch untersucht. Die Methode galt nach allgemeiner Auffassung durch das Embryonenschutzgesetz als verboten, bis der Bundesgerichtshof im Juli 2010 entschied, dass PID nach dem Wortlaut dieses Gesetzes unter bestimmten Voraussetzungen nicht strafbar ist. Der Bundestag will deshalb bis zur Sommerpause ohne Fraktionszwang eine neue Regelung beschließen.

          Dafür liegen drei Gesetzentwürfe vor: Eine Gruppe um Bundestagsvizepräsidentin und EKD-Synodenpräses Katrin Göring-Eckardt (Grüne) fordert ein ausnahmsloses Verbot. Eine zweite Gruppe um den SPD-Politiker René Röspel setzt sich für ein Verbot mit der Ausnahme ein, dass ein Paar den Tod ihres Kindes bis zum Ende des ersten Lebensjahres befürchten muss. Der dritte Entwurf einer Gruppe um die FDP-Abgeordnete Ulrike Flach sieht ein grundsätzliches Verbot mit der weiter gefassten Ausnahme vor, dass „eine hohe Wahrscheinlichkeit für eine schwerwiegende Erkrankung“ vorliegt.

          PID könne Behinderte unter Druck setzen

          Der Rat der EKD weist darauf hin, dass der Wunsch nach einem gesunden Kind verständlich sei. Auch lägen im medizinischen Alltag der Kampf um das Leben und Schwangerschaftsabbruch oft nahe beieinander. Gegen die PID spreche, dass sie für Betroffene nur begrenzte Chancen, aber erhebliche Belastungen mit sich bringe. Zudem könne eine Zulassung der PID Behinderte unter Druck setzen sowie Eltern, die keine Untersuchungen in Anspruch nähmen.

          Die EKD hatte die PID bereits 1992 und 2003 abgelehnt. Der neue Ratsvorsitzende Schneider hatte im Herbst angeregt, in der EKD solle über eine eng begrenzte Zulassung der PID bei „schwersten Erbkrankheiten“ nachgedacht werden. Damit deutete er an, dass er die von seinen beiden Vorgängern Huber und Margot Käßmann eingeleitete Liberalisierung der medizinethischen Positionen der EKD fortzusetzen beabsichtigt. Dagegen hatten sich öffentlich Katrin Göring-Eckardt, der bayerische Landesbischof Friedrich und die Gruppe der Evangelikalen gewendet. Nach der Sitzung des Rates am 28. Januar konnte zunächst keine gemeinsame Stellungnahme veröffentlicht werden.

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