https://www.faz.net/-gpf-8v35r

Kommentar : Wie viel Höcke muss sein?

Wie viel Licht der Öffentlichkeit steht einem Politiker wie Björn Höcke zu? Schwierige Frage, sicher ist nur so viel: Der Umgang mit Populisten ist nicht leicht, man steckt unweigerlich in einem Dilemma. Bild: dpa

Der Umgang mit Populisten ist schwer, das zeigt der Fall des AfD-Politikers Björn Höcke. Berichtet man viel über sie, macht man sie groß. Ignorieren geht aber auch nicht.

          1 Min.

          Bei all der Aufregung um Björn Höcke ist es an der Zeit, daran zu erinnern, dass der Mann weder im Weißen Haus sitzt, noch drauf und dran ist, in den Élysée-Palast einzuziehen. Er rüttelt auch nicht am Zaun des Kanzleramtes, er will ja noch nicht einmal für den Bundestag kandidieren. Höcke ist Politiker der AfD, einer Partei, die bislang nicht im Bundestag vertreten ist, und er ist noch nicht einmal deren Bundesvorsitzender, sondern nur der Landes- und Fraktionsvorsitzende in einem relativ kleinen, zumindest aber bevölkerungsschwachen Bundesland: in Thüringen.

          Es ist ein Dilemma im Umgang mit rechts- und linksradikalen Populisten: Mit Provokationen sichern sie sich Aufmerksamkeit, die größere Bekanntheit führt zu neuen Anhängern und Wählern, die dadurch gewonnene Relevanz mündet in neuer Aufmerksamkeit. Einen einfachen Ausweg aus diesem Dilemma gibt es nicht. Ignorieren kann man jemandem wie Höcke und seine Äußerungen natürlich nicht. An seiner Person hat sich schließlich ein Richtungskampf in der AfD entzündet.

          Es ist deshalb richtig, über ihn zu berichten, seine Äußerungen einzuordnen und Kritiker, auch innerhalb der Partei, zu Wort kommen zu lassen. Allerdings sollte die Bühne, die man jemandem wie Höcke bereitet, seiner tatsächlichen Relevanz entsprechen, eingerahmt von kritischen Nachfragern, die in der Lage sind, seine Thesen und Weltsicht kompetent zu hinterfragen. Sonst besteht die Gefahr, vor allem den Populisten zu dienen.

          Weitere Themen

          Kardinal Sako bleibt realistisch

          Franziskus kommt nach Bagdad : Kardinal Sako bleibt realistisch

          Die meisten irakischen Christen sind schon aus ihrem Land geflohen. Ihr geistliches Oberhaupt erwartet, dass Papst Franziskus bei seinem Besuch diejenigen, die noch da sind, zum Bleiben auffordert.

          China setzt neues Wachstumsziel Video-Seite öffnen

          Millionen neue Jobs : China setzt neues Wachstumsziel

          Auf der jährlichen Sitzung des Nationalen Volkskongresses hat China sein Wirtschaftswachstumsziel wieder auf über sechs Prozent gesetzt. Ministerpräsident Li Keqiang betonte, die Pandemie habe die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt verwüstet.

          Topmeldungen

          RKI-Präsident Lothar Wieler und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) stellen sich auch an diesem Freitag den Fragen der Pressevertreter.

          Corona-Liveblog : Was sagen Spahn und Wieler zur aktuellen Corona-Lage?

          Der Bundesgesundheitsminister und der RKI-Präsident äußern sich in Berlin +++ Der Paul-Ehrlich-Institut hält Astra-Zeneca-Impfstoff für sicher +++ Inzidenz in Deutschland steigt auf 65,4 +++ Alle Entwicklungen im Liveblog.
          Vertritt jene, die die Sicherheitsbehörden hinter Gittern sehen wollen: Strafverteidigerin Basay-Yildiz

          Anwältin Basay-Yildiz : „Meine Familie ist zum Abschuss freigegeben“

          Die Anwältin Seda Basay-Yildiz hat eine weitere Morddrohung vom „NSU 2.0“ erhalten. Die Schutzmaßnahmen für ihr Haus, die das LKA empfiehlt, muss sie selbst zahlen. Dafür kritisiert sie den hessischen Innenminister scharf.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.