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Vorsorge gegen Terror : Polizei zeigt zu Gottesdiensten an Heiligabend Präsenz

  • Aktualisiert am

Zahlreiche Menschen haben sich zum Gottesdienst am Heiligen Abend am 24. Dezember im Dom in Berlin versammelt. Bild: dpa

Der Anschlag von Berlin bestimmt die Gedanken vieler – wohl auch beim Gottesdienst zu Weihnachten. In vielen Städten hat die Polizei die Order, das Geschehen rund um die Kirchen im Blick zu behalten.

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          An Heiligabend verstärkt die Polizei in vielen deutschen Städten ihre Präsenz vor Kirchen. In Hannover, Frankfurt und anderen Großstädten erhielten die Beamten die Anweisung, das Geschehen rund um die Weihnachtsgottesdienste in den Blick zu nehmen. Am Kölner Dom sollen Polizisten an den Ein- und Ausgängen stehen. Allerdings sind nicht in allen größeren Städten Kontrollfahrten speziell vor Kirchen angekündigt. So plant die Polizei nach eigenen Angaben in Hamburg und Sachsen neben der ohnehin üblichen Kontrollen keine zusätzlichen Einsätze.

          Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) hatte nach dem Tod des mutmaßlichen Terroristen Anis Amri mitgeteilt, dass die terroristische Bedrohungslage in Deutschland hoch bleibe. Amri soll am Montagabend in Berlin mit einem gestohlenen Lastwagen in den Weihnachtsmarkt an der Gedächtniskirche gerast sein. Dabei starben mindestens zwölf Menschen. Amri war am Freitag bei einer Polizeikontrolle in der Nähe von Mailand erschossen worden.

          Hannovers Landesbischof Ralf Meister begrüßte den Polizeischutz für Weihnachtsgottesdienste in Zeiten terroristischer Bedrohungen. „Ich finde es notwendig und richtig, dass große Ansammlungen von Menschen momentan besonders geschützt werden müssen“, sagte der evangelische Theologe an Heiligabend der Deutschen Presse-Agentur. „Die Gesellschaft hat verstanden, dass sie ihre Offenheit und Liberalität auch schützen muss.“

          Auch in Sachsen-Anhalt ist die Polizei am Heiligabend verstärkt präsent. Auf dem Weihnachtsmarkt in Halle und dem sich anschließenden Wintermarkt seien Beamte im Einsatz, die Maschinenpistolen tragen, teilte die Polizei am Samstag mit. Der Kölner Polizeipräsident Jürgen Mathies hatte bereits am Mittwoch angekündigt, den Dom an Weihnachten zusätzlich zu schützen.

          In Sachsen gibt es laut Innenministerium keine besonderen Schutzmaßnahmen für die Gottesdienste am 24. Dezember. Nur zur Weihnachtlichen Vesper an der Frauenkirche am Freitagabend waren Zufahrten in Zusammenhang mit der Sicherung der Weihnachtsmärkte nach dem Berliner Anschlag mit Betonsteinen blockiert.

          Für Gottesdienste in Hamburg sind der Polizei zufolge „keine besonderen Präsenzmaßnahmen im Gange“. Die Beamten würden die Feiern an Heiligabend „im Rahmen der normalen Streife“ bewachen, wie ein Sprecher sagte. Auf den Plätzen und vor den Geschäften in der Innenstadt halte die Polizei die erhöhten Sicherheitsmaßnahmen am Tag vor Weihnachten wie in den vergangenen Tagen aufrecht.

          Kirchenvertreter erinnerten angesichts der jüngsten Schreckensmeldungen an die hoffnungsvolle Weihnachtsbotschaft. „Christen leben aus einer uralten guten Nachricht von Hoffnung, die so viele von uns seit Kinderzeiten kennen: Fürchtet Euch nicht! Friede auf Erden!“, sagte der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Heinrich Bedford-Strohm, der „Leipziger Volkszeitung/Dresdner Neueste Nachrichten“ (Samstag). Der Präses der rheinischen evangelischen Kirche, Manfred Rekowski, erklärte: „Nicht Gewalt und Macht werden sich durchsetzen, sondern Gewaltlosigkeit.“

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