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Streit um Kölner Polizei : Dein Freund und Sündenbock

Gut organisierte Banden von jungen Männer

Wie groß das Problem mit kriminellen jungen Männern nordafrikanischer und arabischer Herkunft gerade rund um Bahnhöfe ist, wird auch am Beispiel Düsseldorf deutlich. Dort hat die Polizei schon im Juni 2014 ein internes „Auswerte- und Analyseprojekt Casablanca - Nordafrikanische Tatverdächtige in Düsseldorf“ begonnen. Ziel war es zunächst, alle verfügbaren Informationen über die Verdächtigengruppe systematisch zu sammeln. Heraus kam eine lange Liste von Gepäckdiebstählen, Rauschgiftdelikten bis hin zu Antanz-Diebstählen. Durch den Abgleich stieß die Düsseldorfer Polizei auf eine große Bande, die wohlorganisiert arbeitet. In Bahnhofsnähe hatte sich „ein soziales, kulturelles und wirtschaftliches Zentrum gebildet“, das nordafrikanischen Tatverdächtigen als Rückzugsraum dient, wie es in einem Polizeibericht heißt.

Fünfzehn Tatverdächtige konnten festgenommen werden. Bei einem 31 Jahre alten Mann, der bereits mit einem Haftbefehl zur Abschiebung ausgeschrieben war, stießen die Ermittler auf Drogen. Es reiche nicht, die Straftaten durch starke polizeiliche Präsenz an den Brennpunkten einzudämmen, sagte damals der Einsatzleiter. „Wir müssen auch dahin, wo die Täter sich aufhalten, vermeintlich sicher fühlen, ihre Taten verabreden und die gemachte Beute absetzen.“ Am Mittwoch zitierte die „Bild“-Zeitung aus einem geheimen 18 Seiten umfassenden Bericht des „Analyseprojekts Casablanca“, der den Zeitraum Juni 2014 bis November 2015 umfasst. Demnach gibt es allein im Stadtgebiet von Düsseldorf eine gut organisierte Bande von 2240 Verdächtigen. Der Großteil von ihnen (1256 Personen) wurde in Marokko geboren, die meisten sind junge Männer unter 30 Jahren.

Polizeibericht soll Klarheit bringen

Zu den Vorgängen in der Kölner Silvesternacht kündigte Innenminister Jäger am Mittwoch einen ausführlichen Bericht der Polizei an, den er noch in dieser Woche erwarte. „Er wird auch der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.“ Und am Montag werde dann der Innenausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags „ausführlichst“ über den Bericht diskutieren.

Die CDU arbeitet schon an ihrem Fragenkatalog. „Es muss auch darum gehen, ob die Kölner Vorfälle in der Silvesternacht tatsächlich eine bisher nicht gekannte Dimension gewalttätiger und sexueller Übergriffe sind - oder eine ausgenutzte Situation (große Menschenmenge) der Antänzer-Szene“, sagt CDU-Politiker Biesenbach. Wichtig sei auch zu erfahren, wie viele der mittlerweile mehr als 100 gestellten Anzeigen Eigentumsdelikte betreffen und wie viele sexuelle Übergriffe. Die Unterscheidung mache die Übergriffe nicht besser und ändere auch nichts am Leid oder der Wut der betroffenen Frauen, sagt Biesenbach. „Doch für künftige Einsatzkonzeptionen der Polizei kann es schon von Bedeutung sein, ob die sexuellen Handlungen im Vordergrund standen oder ob diese als widerliche Ablenkungsmanöver von Trickdieben genutzt wurden, um die Opfer zu bestehlen.“

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