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Rodung des Dannenröder Forsts : 450 Straftaten bei A-49-Protesten

  • -Aktualisiert am

Ein SEK-Beamter des Höheninterventionsteams legt einen Sicherheitsgurt um eine Umweltaktivistin. Bild: dpa

Die Vorwürfe reichen von Landfriedensbruch bis hin zu tätlichen Angriffen auf Polizisten und versuchten Tötungsdelikten. Mehr als 80 Beamte seien verletzt worden, teilt die Polizei mit.

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          Im Zusammenhang mit den Protesten gegen den Ausbau der Autobahn 49 im Dannenröder Forst hat die Polizei mehr als 450 Straftaten und etwa 1550 Ordnungswidrigkeiten festgestellt. Die Vorwürfe reichen von Landfriedensbruch bis hin zu tätlichen Angriffen auf Polizisten sowie versuchten Tötungsdelikten. Das teilte die Polizei am Mittwoch anlässlich des Endes der Rodungen mit. Beamte seien mit Fäkalien und Steinen beworfen sowie mit Zwillen beschossen worden, mehr als 80 seien verletzt worden, sagte eine Sprecherin.

          Julian Staib
          (jib.), Politik

          Sie verwies auch auf „Fehler“ der Beamten. In einem Fall hatte ein Polizist ein Seil einer Holzkonstruktion durchtrennt. Eine Aktivistin wurde durch den Sturz schwer verletzt. In etwa 3200 Fällen gab es nach Angaben der Sprecherin Identitätsfeststellungen. Etwa 1000 davon seien nicht erfolgreich gewesen, weil sich Aktivisten die Fingerkuppen verklebt oder mit Rasierklingen aufgeschnitten hätten. Etwa 2000 Polizisten aus elf Bundesländern waren im Einsatz. Viele von ihnen werden nun abgezogen. Der Einsatz dauert aber weiterhin an, da noch Waldarbeiten anstehen. Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) dankte den Polizisten am Mittwoch für ihren Einsatz.

          Gegner des Projekts kündigten am Mittwoch an, weiterhin dagegen vorgehen zu wollen. Sie kritisierten „massive Polizeigewalt“ und eine „Kriminalisierung“. „Wenn es das Ziel der Regierung war, Menschen zu radikalisieren, dann habt ihr das geschafft“, sagte eine Aktivistin. Viele der Ausbaugegner seien „traumatisiert“ worden, sagte eine Sprecherin des Bündnisses „Keine A 49“, Barbara Schlemmer, die Mitglied der Grünen im Stadtrat von Homberg (Ohm) ist. Den Rodungsbereich verglich sie mit einem „Todesstreifen“.

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