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Nach Genschers Tod : „Ich fühle mich zu klein, um diesen großen Staatsmann zu würdigen“

  • Aktualisiert am

Genscher vor seinem Geburtshaus in Halle. Er wurde 89 Jahre alt. Bild: dpa

Große Trauer über den Tod von Hans-Dietrich Genscher. Vertreter aller Parteien würdigen ihn als großen Staatsmann. Für viele ist er der „ewige Außenminister“.

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          Die Trauer über den Tod des ehemaligen Außenministers Hans-Dietrich Genscher ist groß. Politiker aller Parteien äußerten bereits kurz nachdem die Nachricht am Freitagmittag bekannt wurde, Bewunderung für Genscher und würdigten ihn als Außenminister von historischer Tragweite und prägenden Politiker des bundesrepublikanischen Parlamentarismus.

          Die Bundesregierung hat Genscher in einer ersten Reaktion auf die Todesnachricht als großen Staatsmann gewürdigt. Die Mitteilung erreichte den stellvertretenden Regierungssprecher Georg Streiter am Freitag in einer routinemäßigen Bundespressekonferenz in Berlin. Streiter sagte, Genscher habe wie ganz wenige andere die Geschicke Deutschlands beeinflusst. Er nannte ihn einen großen Europäer und großen Deutschen. Er, Streiter, fühle sich in diesem Moment als stellvertretender Regierungssprecher „zu klein, um diesen großen Staatsmann zu würdigen“.

          Der FDP-Parteivorsitzende Christian Lindner sagte über seinen Vorgänger an der Spitze der Partei: „Genscher hat Geschichte geschrieben und unser Land geprägt. Wir haben ihm viel zu verdanken. Unsere Trauer kann nicht größer sein.“

          Auf Genschers Einfluss im Machtgefüge der alten Bundesrepublik wies der stellvertretende SPD-Chef Ralf Stegner hin. „Sicher der einflussreichste Freidemokrat der letzten Jahrzehnte. Erfahrener Außenminister und Mann der ’Wende’.“

          Staatsminister Michael Roth (SPD)  schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter: „Hans-Dietrich Genscher war in meiner Jugend der ’ewige’ Außenminister und hat das Amt geprägt. Möge ihm jetzt die ewige Ruhe beschieden sein.“

          Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeiner (SPD) sagte über seinen Voränger im Amt: „Hans-Dietrich Genscher hat in seinem langen und bewegten Leben buchstäblich Geschichte geschrieben, Geschichte unseres Landes, Deutschlands, und Geschichte Europas.“

          Justizminister Heiko Maas (SPD) sagte: „Große Trauer um Hans-Dietrich Genscher. Deutschland verliert einen großen Staatsmann.“

          Die Schauspielerin Jeannette Biedermann stand wie viele andere 1989 auf dem Gelände der Prager Botschaft, als Genscher seinen historischen Satz, mit dem die Ausreise der DDR-Flüchtlinge ermöglicht werden sollte. „Ich verdanke Ihnen meine Freiheit", hatte Biedermann zu Genscher vor zwei Jahren in einem Interview gesagt. Mehrfach hat sie Genscher in den vergangenen Jahren getroffen. „Ihr Charme, Ihr Charisma, Ihr Witz haben mich jedesmal umgehauen“, schreibt die Schauspielerin bei Facebook.

          Video : Ex-Außenminister Genscher gestorben

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