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Berliner Straßennamen : Maji-Maji-Allee statt Petersallee

Kritische Kreuzung: Im Wedding sollen Straßen umbenannt werden. Bild: Imago

Rot-rot-grüne Politiker wollen in Berlin Straßen und Plätze umbenennen, weil sie nach Generälen und Kolonialherren benannt sind. Die Bewohner halten nichts davon.

          7 Min.

          Sie kämpften in den Befreiungskriegen gegen Napoleon. Gebhard Leberecht von Blücher, Ludwig Yorck von Wartenberg und Neidhardt von Gneisenau. Heute erinnern Straßen und Plätze im Berliner Bezirk Kreuzberg an die preußischen Generäle. Geht es nach den Grünen, könnte es mit dem Gedenken an sie bald vorbei sein. In einem Antrag zur „Entmilitarisierung des öffentlichen Raums“ fordern sie, im Bezirk einen „Diskurs- und Beteiligungsprozess“ zu beginnen, an dessen Ende „eine mögliche Umbenennung aller nach Generälen und Schlachten benannten Plätze“ aus jener Zeit stehen könnte. Alle Straßen und Plätze, die Namen von Schlachten aus den Jahren 1813 bis 1815 tragen, sollen überprüft werden. Das betrifft etwa die Möckern-, die Großgörschen- oder die Großbeerenstraße. Insgesamt listet der Antrag zwölf verdächtige Straßen und Plätze auf. Dort wohnen Zehntausende Berliner. Zum fünfzigsten Jahrestag der Befreiungskriege, also 1864 und somit vor mehr als 150 Jahren, waren die heutigen Namen festgelegt worden.

          Markus Wehner
          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Der Grüne Werner Heck, der den Antrag geschrieben hat, mag die Generäle aus Preußen nicht. Es seien nicht die Militärführer gewesen, die allein die Siege errungen hätten, sondern die einfachen Soldaten, sagt er. Und er fragt sich, ob die Generäle die Bevölkerung befreien wollten oder nicht für die Freiheit der „monarchistischen Systeme“ gekämpft hätten. In seinem Antrag hat das Mitglied der Bezirksverordnetenversammlung von Friedrichshain-Kreuzberg die „tiefe Partnerschaft“ zwischen den ehemaligen „Erbfeinden“ Frankreich und Deutschland erwähnt. Sie lasse es besonders fraglich erscheinen, ob die Ehrung von Heerführern der „sogenannten“ Befreiungskriege noch angebracht sei. „Gerade in einer Zeit, in der Europa unser Thema ist und der Nationalismus wieder erstarkt, lohnt sich eine Diskussion darüber“, sagt Heck.

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