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Künstlerkollektiv : Aktivisten wollen Teilnehmer der Chemnitz-Aufmärsche entlarven

  • Aktualisiert am

Rechte Demonstranten Ende August in Chemnitz Bild: dpa

Das „Zentrum für politische Schönheit“ fällt immer wieder mit provokanten Aktionen auf, etwa mit einem nachgebauten Holocaust-Mahnmal neben Björn Höckes Haus. Jetzt suchen die Aktivisten mit einer Onlineplattform nach rechten Demonstranten.

          Rund drei Monate nach den rechten Demonstrationen in Chemnitz haben die Politaktivisten der Künstlergruppe „Zentrum für politische Schönheit“ eine neue Aktion in der sächsischen Stadt gestartet. Unter dem Stichwort „Soko Chemnitz“ wollen die Künstler Teilnehmer der rechten Aufmärsche entlarven und suchen „nach den Arbeitgebern des braunen Mobs“, wie die Gruppe am Montag auf Twitter mitteilte.

          „Während normale Menschen arbeiten, treiben tausende Arbeitnehmer oder Staatsdiener Ausländer durch Chemnitz, attackieren Presse und Polizeibeamte und grüßen Hitler“, schreiben die Aktivisten auf der Webseite https://soko-chemnitz.de. Nach eigenen Angaben werteten sie eine Unmenge von Bildern von „Verdächtigen“ aus und wollen damit „den Rechtsextremismus 2018 systematisch erfassen, identifizieren und unschädlich machen“.

          Proteste nach dem gewaltsamen Tod eines Deutschen

          Das Künstlerkollektiv fordert in provokanter Weise dazu auf, Arbeitskollegen, Nachbarn oder Bekannte zu „denunzieren“ und „Sofortbargeld“ dafür zu kassieren. In Chemnitz richtete das Zentrum ein sogenanntes Recherchebüro Ost ein. „Helfen Sie uns, die entsprechenden Problemdeutschen aus der Wirtschaft und dem öffentlichen Dienst zu entfernen“, heißt es auf der Internetseite der Aktivisten.

          Nach dem gewaltsamen Tod eines Manns Ende August in Chemnitz, der mutmaßlich von Flüchtlingen erstochen wurde, war es zu fremdenfeindlichen Übergriffen und Demonstrationen auch rechter Gruppen gekommen, die teils in Gewalttätigkeiten mündeten.

          Die Künstlergruppe „Zentrum für politische Schönheit“ sorgte bereits in der Vergangenheit mit provokanten Aktionen für Aufmerksamkeit. Zuletzt errichteten die Politaktivisten vor rund einem Jahr vor dem Haus des AfD-Politikers Björn Höcke, der zum rechten Flügel der Partei gehört und wegen seiner umstrittenen Rede zum Holocaust-Mahnmal in Berlin heftig kritisiert wurde, in Thüringen einen Nachbau des Mahnmals und beobachteten monatelang dessen Wohnsitz. Höcke hatte das Holocaust-Mahnmal Anfang 2017 als „Denkmal der Schande“ bezeichnet und eine „erinnerungspolitische Wende um 180 Grad“ gefordert.

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