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F.A.Z. exklusiv : Kompromiss im Streit um „Polendenkmal“

Konflikt um das Gedenken: Eine Initiative schlug die Errichtung eines „Polendenkmals“ am Askanischen Platz unweit des Anhalter Bahnhofs im Zentrum Berlins vor. Doch schnell wurde Kritik an der Idee laut. Bild: EPA

Ein neuer Vorschlag für einen Gedenkort in Berlin vereint bisher widersprüchliche Konzepte. Doch der Streit in der großen Koalition ist damit wohl noch nicht zu Ende.

          5 Min.

          Lange hat man gestritten über das zukünftige Gedenken. Die einen wollen mit einem „Polendenkmal“ an den Überfall des nationalsozialistischen Deutschlands im September 1939 erinnern, die anderen in einem Zentrum gleich an alle Opfer des Vernichtungskrieges im Osten Europas. Nun haben zwei bisherige Widersacher einen Kompromiss erzielt, der der F.A.Z. exklusiv vorliegt. Das Deutsche Polen-Institut in Darmstadt und die Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin einigten sich am Dienstag auf ein Konzept, das beide Vorhaben vereinigt. So steht es in einem Brief beider Institutionen an Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU).

          Markus Wehner

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Demnach soll ein Gedenk-Ensemble an einem „Platz des 1. September 1939“ an einem zentralen Ort in der Mitte Berlins geschaffen werden. Dort soll das „Polen-Denkmal“ entstehen, das auch der zentrale Gedenkort für den Ausbruch des Zweiten Weltkriegs sein soll. Daneben soll an dem Platz ein Dokumentationszentrum über die deutsche Besatzungsherrschaft in Europa von 1939 bis 1945 errichtet werden, das in vergleichender Sicht „die individuellen und kollektiven Gewalterfahrungen der unterschiedlichen Gesellschaften und Opfergruppen“ verständlich machen soll.

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